Friday, July 30th 2010, 12:27pm UTC+2

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Bloodlin3r

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Posts: 505

Location: Quelle der Dunkelheit

1

Sunday, February 7th 2010, 8:30pm

Kurzgeschichtenwettbewerb 2010

Der Kurzgeschichtenwettbewerb

Es war eine Katastrophe. Die große Volksbibliothek war abgebrannt und alle Schriften des Landes sind den gierigen Flammen zum Opfer gefallen. Müde und gezeichnet von dieser langen Nacht, stand der Imperator Hevtamet mit Blut unterlaufenen Augen vor der dampfenden Ruine des ehemals prächtigen Gebäudes. Der kalte Wind umwehte ihn, sodass er am ganzen Körper zitterte, aber das war ihm egal. Alle Schriften, Gedichte, Geschichten und vieles mehr waren unwiederuflich zerstört und das in dieser dunklen Zeit. Die schönen Abende vor dem Feuer würden nun trostlos leer sein. Keine Geschichten mehr, die er seiner schönen Frau vorlesen konnte.
Ein Gedanke flammte in ihm auf, keimende Hoffnung. Das Problem konnte gelöst werden. Es sollte eine neue Volksbibliothek erbaut werden, prachtvoll wie die alte und die ersten Schriften, die in ihr eingelagert werden sollen aus dem allgemeinen, phantasiereichen Volk kommen. Mit einer kleinen, unauffälligen Handbewegung, holte der Imperator einen seiner Diener zu sich, um ihm seine Befehle zu erteilen.


Allgemeines und Regeln

Ja, es ist mal wieder soweit, ein neuer Kurzgeschichtenwettbewerb. Wieder einmal ist eure ganze Phantasie gefragt, dieses mal zu dem Thema Romantik.

Soll es in der Geschichte um ein zwei Jugendliche gehen oder um ein altes Ehepaar? Soll sie im Winter oder Sommer spielen? Gleichgeschlechtliche Paare oder nicht? DAS ist alles euch überlassen, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bitte beachtet jedoch, dass es sich um Romantik handeln soll und nicht um Handlungen die unter NC17/FSK18 fallen.

Der Wettbewerb startet am 08.02.2010 und geht einen Monat.

Die Kurzgeschichten, die am Wettbewerb teilnehmen, sollen in diesem Thread hier veröffentlicht werden.

Die Kommentare zu den betreffenden Geschichten im Kommentarthread posten, um es möglichst übersichtlich zu halten.

Die Kurzgeschichte sollte mindestens 600 Wörter betragen (1 A4-Seite, Schriftgröße 12, Times New Roman), wobei euch nach oben keine Grenzen gesetzt sind. Jedoch sollte es nicht unbedingt 3 Posts überschreiten.

Die Bewertung wird durch die Jury vorgenommen, die sich aus Enma Ai, Kata und Bloodlin3r zusammensetzt.

Kurzgeschichten, die von Jury-Mitgliedern in dieser Zeit erstellt werden, sind von dem Wettbewerb ausgeschlossen.

Eigene, bereits reingestellte Geschichten sind jedoch von dem Wettbewerb ausgeschlossen.

Plagiate sind verboten werden geahndet.

Es gelten die Bereichsregeln.


Bewertung

Die Bewertung setzt sich aus folgenden Punkten zusammen:
Rechtschreibung/Gramatik
Ideen
Schreibstil
Handlung
gestaltung

Rechtschreibung/Gramatik fällt aus der Bewertung heraus.

In jeder Kategorie können von jedem Jury-Mitglied bis zu 10 Punkte verteilt werden. Nach dem ein Monat vorbei ist, nehmen wir uns 1-2 Wochen zeit, eure Geschichten genauestens zu lesen und zu bewerten. Die Punkte aller Jury-Mitglieder werden zusammengezählt und durch 3 geteilt.


Belohnung
Der Gewinner des Kurzgeschichtenwettbewerbs darf sich danach „Gewinner des Kurzgeschichtenwettbewerbs“ in die Signatur oder dem Rang stellen. Bis mit dem nächsten Wettbewerb ein neuer Gewinner gesucht wird. Und, wir werden den Sieger in einer Art "Hall of Fame" am Ende des Regelthreads aufnehmen.


Damit bleibt mir nur noch eines zu sagen: Viel Glück und Spass.

mfg
Bloodlin3r



<Kata> du hast mich von 0 auf hass in unter 2 sekunden gebracht

Im Urlaub vom 27.06. - 01.08.2010
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Kataklysm

RPG-Moderator; Totgesagter

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Location: Aus den unendlich dunklen Abgründen des lebendigen Seins.

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2

Monday, February 8th 2010, 10:31am

Hier mein kleiner nicht bewerteter Beitrag zum Wettbewerb, sozusagen als Eröffnung^^

Die Leiden der Unsterblichkeit
Bomben fallen, Geschütze knattern.
Bumm! Bumm! Ratatatat!
Eine Kameradin drückt sich ängstlich an mich. Ihr Bruder starb vor ihren Augen.
Ich lege meinen Arm um Sie. Sie weint.
Es bricht mir das Herz ihre salzigen Tränen über ihr verdrecktes Gesicht kullern zu sehen.
Langsam streiche ich ihr über das zerzauste Haar und rede beruhigend auf Sie ein.
Sie wollte nicht in den Krieg, Sie wollte nicht kämpfen, und Sie will nicht sterben.
Ich kann Sie verstehen, und Sie tut mir leid.
Wie oft habe ich schon den Dreck und die Angst des Krieges erlebt? Oft! Zu oft? Ich weis es nicht.
Wie lange sitzen wir nun schon in diesem Bunker? Einen Augenblick! Fünf Tage! Einen Augenblick!
Ich höre die Schreie und das Gemurmel der anderen, ebenso wie das Schluchzen meiner Kameradin, welche ich in Armen halte.
Eine weitere Bombe schlug ein. In nächster Nähe. Das Donnern hallte in den Bunkerräumen nach. Grauenvoll! Womit hat meine Kameradin das verdient? Es tut mir alles so leid, obwohl ich nicht dafür verantwortlich bin.
Sie presste sich an mich. Verzweifelt. Ängstlich. Verstört. Ich will Sie beschützen. Aber auch ich bin nur ein Mann.
Langsam nähern sich meinen Lippen den ihren. Sie hat nichts dagegen. Sie reckt sich mir sogar ein Stück entgegen.
Was machte der Krieg nur aus den Betroffenen? Vieles. Er trennt die Leute von einander, führt andere zusammen. Macht mich zu einem Angehörigen einer anderen Spezies!
Langsam trennen sich unsere Lippen wieder. Ein zaghaftes Lächeln, aus Verzweiflung geboren, lässt ihr kleinen Reißzähne aufblitzen.
>>Es tut mir Leid.<< Flüstere ich, und ihr Lächeln gefriert. Verständnislos sieht Sie mich an, drückt sich aber stärker an mich, so als wollte Sie das eben erlebte Gefühl nicht verlieren.
>>Ich gehöre nicht zu euch.<< Ich muss es ihr einfach sagen. Es überkommt mich. War das der Krieg? Oder war es nur mein Herz?
Ihre Umarmung wird lockerer. Ich spüre wie kurz Sie davor ist mich wegzustoßen.
>>Bist du... ein Spion?<< Da war es wieder. Die Angst, das Entsetzen in ihren funkelnden, blauen Raubtieraugen.
Langsam strecke ich die Hand aus. Will über ihre tränennassen Wangen streichen. Sie zuckt zurück und ich lasse die Hand wieder sinken.
>>Nein, ich bin das was man einen Morph nennt.<< Sie lässt mich vollends los und macht einen Schritt zurück. Sie war verwirrt.
>>Ich bin nicht von dieser Welt.<<
>>Aber du siehst aus wie wir?!<< Warum muss ich davon immer dann anfangen wenn mein Herz sich öffnet?
>>Nur wenn ich es will.<< Meine Gestallt beginnt sich zu ändern. Meine Schnurrhaare ziehen sich ein Stück weit in die felllose Schnauze zurück und die Konturen meines Raubkatzengesichts verändern sich, bis meine Kameradin in ein Abbild ihres eigenes Gesicht sieht.
Sie prallt vor mir zurück. Der Lauf ihres schweren Gewehres zuckt in meine Richtung. Nun war es an mir einen Schritt zurück zu machen, während ich wieder meine vorherige Gestallt annehme.
>>Verzeihe mir, dass ich dich angelogen habe.<< Wir kennen uns nun schon seit sechs Jahren dieser Welt. Eine lange Zeit. >>Es tut mir leid, dass ich dich nicht vor diesem Krieg bewahren konnte.<<
Sie war eine starke Frau als ich Sie kennen lernte, und auch heute ist Sie stark. Der Lauf ihrer Waffe beginnt sich zu neigen.
>>Dafür kannst du doch nicht, oder?<< Ich schüttele den Kopf. Ihre Waffe fällt klappernd zu Boden und Sie presst sich wieder an mich.
>>Sag mir einfach nur, dass das alles nicht wahr ist. Bitte sag das du aus unserem Volk stammst.<< Ich war mehr als nur etwas überrascht, dies zu hören, nach dem was Sie soeben erfahren hat. Andererseits waren dies vielleicht ihre letzten Stunden. Gefallen in einem Krieg den Sie nicht wollte.
Sie wird noch lange leben. Denn ich will noch viel Zeit mit ihr verbringen.
Langsam löse ich mich aus ihrer verzweifelten Umklammerung.
>>Ich möchte mit dir zusammen sein. Für dich werde ich ein Angehöriger deines Volkes. Für dich tue ich alles. Für dich beende ich diesen Krieg, auf das wir noch lange Jahre zusammen sein können.<<
>>Komm wieder zurück.<< Murmelt Sie als ich mich der Bunkertüre nähere. Ich schüttele den Kopf, nur um direkt danach zu nicken.
Es ist sonderbar leicht die schwere Türe zu öffnen. Ich trete hinaus aufs freie Feld. Ein sonderbarer Geruch liegt in der Luft. Es riecht nach Krieg und Tod. Ich kenne diesen Geruch. Er ist für mich wie jeder andere auch.
Eine schwere Kugel durchschlägt meinen Brustkorb. Es schmerzt. Es verheilt. Ich gehe weiter. Ich kann meine Kameradin nicht vor dem Tod bewahren, doch ich kann diesen Krieg beenden, so dass Sie noch Jahrzehnte in Frieden leben kann.
Ich beende den Krieg, ich vernichte die Feinde, damit Sie überlebt.
Ich glaube ich liebe Sie aufrichtig. Aber eines Tages werde ich Sie sterben sehen.
Das Schicksal eines Unsterblichen. Doch für diese wenigen Jahre der Glückseligkeit nimmt er Jahrhunderte der Trauer in Kauf...

806 Wörter
Fragen, Anregungen oder Kritik? -> PN oder #ogame.de-rpg

Sternenfeste Esmerald eine Geschichte über Mutation, Liebe und Krieg
The Fall of a Guardian oder die Suche nach der Vergangenheit
Sunkifari;Maegfari;Shanifari;Nathanfari;Wallefari
Kleiner Bruder von Tiny
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Mar_at_Red

Barzombie|Gott der Prophetie

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Posts: 507

3

Monday, February 8th 2010, 1:52pm

Meins war schon vor deinem fertig kata, ich fand gestern nur keine zeit mehr, es zu posten :O

Johanna umschlang Martin fest. Sie wollte ihn am liebsten nie mehr loslassen. Sie war total in Gedanken verschlungen. Sie sah die Hochzeit vor ihren Augen. Martin in einem Anzug, sie in einem prachtvollen Hochzeitskleid. Langsam ging sie Richtung Altar, begleitet von der Hochzeitsmusik. Dann der Hochzeitsschwur. Endlich kamen die Worte: „Sie dürfen die Braut nun küssen.“ Plötzlich verpuffte alles, und machte somit dem nächsten Geschehnis platz..
Sie war im Krankenhaus, war total erschöpft, und Martin war neben ihr. Und dann kam eine Krankenschwester herein. Auf ihrem Arm hielt sie ein Baby. „Es ist ein Junge.“ flüsterte sie. Johanna nahm ihn in die Arme und wiegte ihn sanft. Zärtlich streichelte sie über seine Wangen. Dann schaute sie zu Martin. „Er ist dir wie aus dem Gesicht geschnitten.“ Sie war überglücklich. Ihr Blick wanderte wieder auf das Baby. Es sah alles so traumhaft aus.
Und wieder verblasste alles.
Diesmal kamen die Gedanken überraschend: Sie war wieder im Krankenhaus. Jedoch lag diesmal Martin im Bett. Er sah schwach aus. Aber sie würde das schon mit ihm durchstehen. >In guten wie in schlechten Zeiten< hatte sie geschworen. Und dieses Gelübde wollte sie nicht brechen. Als der Arzt eintrat, versuchte sie, etwas aus seiner Mimik herauszulesen. Aber das war für sie unmöglich. Er trat ganz dicht an sie heran: „Es gibt sowohl gute, als auch schlechte Nachrichten. Die gute ist, ihr Mann wird es überleben. Die schlechte ist, er leidet an einer sehr ernsten Krankheit. Näheres möchte ich hier nicht besprechen. Nicht, solange wir nicht ganz alleine sind. Auf jeden fall wird ihr Mann in Zukunft viele Medikamente nehmen müssen. Aber er wird wieder der alte, das verspreche ich ihnen.“
Johanna war erleichtert. Sie hatte schon das schlimmste befürchtet.
Doch auch dieser Gedanke war nicht für die Ewigkeit bestimmt. Wieder verschwamm alles.
Ein letztes Geschehnis tauchte vor ihrem Auge auf: Wieder war es eine Hochzeit. Jedoch war es diesmal nicht die von Johanna und Martin sondern die von ihrem Sohn. >In diesem Anzug sieht er wirklich aus wie du, findest du nicht?< meinte Johanna. Martin nickte zustimmend. Auch bei dieser Zeremonie war die Braut wunderschön anzusehen. Man konnte unter dem Kleid schon einen leichten Baby-bauch erkennen. Es machte Johanna so glücklich, ihren Sohn so zu sehen; zu wissen, dass sie bald Oma werden würde; zu wissen, dass die Zukunft nur schön werden könnte. Doch auch dieser Gedanke fand sein Ende.

Johanna fand sich wieder in der Realität. Immer noch umschlang sie Martin, ohne dass die Umarmung erwidert werden würde. Ohne, dass Martin sie küssen würde. Ohne, dass er ein Zeichen des Lebens von sich geben würde.

Sie konnte es immer noch nicht fassen. Ihr geliebter Martin war tot! Und sie hatte sich alles so schön ausgemalt. All die Gedanken, die sie vorhin gesehen hatte, all die guten und schlechten Dinge, die hätten kommen können und sollen, all dies würde nie geschehen. Nie würde sie heiraten. Nie Mutter werden, niemals Oma werden. Martin war ihr ein und alles. Ein anderer kam für sie nicht in Frage. Nur mit ihm wollte sie all dies verwirklichen. Und er war von ihr gegangen!
Sie wusste nicht, was sie machen sollte. Sie wand sich gedanklich an Gott: „Wieso? Wieso dürfen wir unsere Pläne nicht verwirklichen? Was haben wir falsch gemacht?“
Plötzlich schoss es ihr in den Kopf. Falsch gemacht hatten sie so einiges. Aber dafür war dies keine gerechte Strafe!
„Bitte, nimm mich statt ihn. Und wenn dies nicht geht, so nimm mich gleich mit ihm!“
Doch im selben Moment wurde ihr etwas klar: „Wenn ich mein Leben so wegwerfe, so war sein Tod völlig umsonst. Ich muss dafür sorgen, dass sich alle Welt an Martin erinnert!“
Sie dachte, Martin sei für sie gestorben, wie es nur ein wahrer Held machen würde. So, wie es nur ihr Martin konnte. Sein Tod würde nicht umsonst gewesen sein!



Plötzlich schreckte Johanna hoch. Ein Traum. Es war alles nur ein Traum. Sie war zum einen erleichtert, und zum anderen traurig. Schließlich war Martin nicht komplett ihrem Kopf entsprungen. Martin gab es wirklich. Sie war wirklich in ihn verliebt. Aber sie wusste nicht, ob er auch so empfand, und sie traute sich nicht, ihn zu fragen.
„Vielleicht werde ich morgen von ihm gefragt.“ murmelte sie leise vor sich hin, und entschwand wieder in ihre Träume von ihr und Martin.
715 Wörter...

By Forke

***Knoppas Schnuffel***

***Besitzer von feierlich überreichten super sonder Auszeichnungskekse und eines Großen Kekses von Mobby***
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Mirshan

singender, tanzender Abschaum

Date of registration: Oct 16th 2009

Posts: 33

4

Monday, February 8th 2010, 5:15pm

Na denn mal so spontan.. (739 Wörter)

Ich liebe sie. Ihr Haar ist so weich. Es hat die Farbe von dunkler Schokolade. Wenn die Sonne in einem ganz bestimmten Winkel drauf scheint, dann glänzt es leicht rot. Es ist nicht ihre natürliche Haarfarbe, aber es steht ihr unheimlich gut.
Als ich sie das erste Mal traf, war sie einsam. Das konnte man leicht an ihrer Erscheinung sehen. Sie trug trotz der Kälte eine dünne graue Strickjacke über der weinroten Bluse von Armani. Es ist dieselbe Bluse, die sie jetzt im Moment trägt. Das Haar, diese wunderschönen Locken hatte sie zurückgebunden und hochgesteckt, so dass man den schlanken Hals und ihren Nacken sehen konnte. Die Arme hatte sie eng um ihren schmalen Körper geschlungen. So stand sie da und wartete.
Ihre Haut ist weiß. Weißer als sonst. Sie erinnert mich ein wenig an eine Porzellanpuppe, wie sie so daliegt. Sie wirkt zerbrechlich. Die großen blauen Augen, die mich bei unserer ersten Begegnung spöttisch angelacht haben, hat sie geschlossen. Sie stand am Bahnhof und suchte nach ihrem Freund. Aber er kam nicht. Was für ein Idiot. Statt ihrem Freund traf sie mich und seitdem habe ich sie nie wieder verlassen.
Ich liebe jede Bewegung an ihr. Sie ist elegant. Als sie klein war, hat sie Ballett gemacht. Das merkt man an jeder noch so kleinen Geste, an ihrer Körperhaltung, ja sogar wenn sie still liegt, so wie sie es jetzt tut, merkt man, wie ihre Seele tanzt. Ich glaube nicht, dass sie mich an jenem Abend bemerkt hat. Es war schon spät und ich bin nicht der Typ, der einem gleich ins Auge springt. Halb verborgen im Schatten habe ich sie beobachtet. Sie wirkte nicht verloren, sondern selbstsicher. Einsam, aber nicht unglücklich. Ich bin ihr nicht von der Seite gewichen. Ich bin ihr gefolgt, bis sie sicher zu Hause war.
Sie wohnte in einem kleinen Appartement in der Innenstadt. Es war klein, aber schön. Sie hatte es liebevoll hergerichtet und nannte es immer „ihr kleines Nest“. Später wurde es unser gemeinsames Nest. Sie war nie die ordentlichste Person gewesen, aber ich mochte ihr Chaos. Es hatte eine eigentümliche Gemütlichkeit.
Ich taste nach ihrer Brust, die sich nicht mehr bewegt. Vor ein paar Minuten noch hatte sie sich immer wieder erhoben, während ein rasselnder Atem durch ihre Lungen ging. Jetzt bewegt sie sich nicht mehr. Dennoch verharre ich so und betrachte ihr friedvolles Gesicht. Ich liebe sie. Sie war immer gut zu mir.
Als ich das erste Mal mit ihr nach Hause kommen durfte, hatte sie mir ein wahres Festmahl kredenzt. Sie meinte, ich sähe verhungert aus. Ich wollte nur eine Nacht bleiben und dann weiter ziehen, so wie ich es immer tue. Aber sie wirkte so alleine und ich blieb. In der ersten Nacht bei ihr sahen wir zusammen fern: „12 angry men“. Sie sagte, sie liebe Klassiker und das war für mich in Ordnung.
Sie war schon damals nicht mehr die Jüngste, aber in meinen Augen war sie die schönste Frau auf Erden. Wir lebten beide von ihrer kleinen Rente, die in manchen Monaten nicht einmal für tägliches Essen reichte. Aber wir teilten alles. Leider mochte sie nie, was ich ihr mit nach Hause brachte. Aber sie wusste die Geste zu schätzen.
Ihr Vermieter wollte nicht, dass ich bei ihr wohnte. Aber sie wollte mich nicht gehen lassen und ich wollte sie nicht verlassen. Wenn jemand von der Hausverwaltung kam, versteckte ich mich im Garten oder ging spazieren, bis derjenige wieder weg war. Dann kam ich nach Hause zurück und wir amüsierten uns gemeinsam über unsere kleinen Tricksereien.
Ich wollte mich niemals fest binden. Es liegt nicht in meiner Natur, mich an eine einzige Person zu fesseln. Nur bei ihr hat es mir niemals etwas ausgemacht. Sie war für mich die Welt, die Sterne, die Sonne und der Mond. Ich liebe sie.
Vorsichtig beuge ich mich weiter vor und streiche ihr liebevoll eine Strähne aus dem Gesicht. Die Falten machen sie schön. Man sieht, wie viel sie in ihrem Leben gelacht hat. Ihr Lachen war rau, so wie ihre Stimme. Dunkel und rau. Es passte eigentlich nicht zu ihrem Äußeren, aber wenn sie leise zärtlich mit mir redete, dann war es, als würde sie schnurren.
Sanft lege ich mich neben sie und bette meinen Kopf auf meinen Pfoten. Sie hatte kaum Freunde zum Ende ihres Lebens hin. Aber sie hatte mich. Und ich liebte sie. Leise schnurrend schließe ich die Augen und erinnere mich an vergangene Tage.

Ranunkeln sind die Flamingos der Flora
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Bloodlin3r

Board Moderator

Date of registration: Jun 7th 2006

Posts: 505

Location: Quelle der Dunkelheit

5

Tuesday, February 9th 2010, 1:35am

Zwar keine Kurzgeschichte, aber ein Hinweis nochmal zusätzlich (kann ja nicht schaden :) )

Kommentare zu den Geschichten bitte im Kommentarthread posten, der dank Kataklysm nun existiert^^


vielden Dank im Vorraus und mfg
Bloodlin3r



<Kata> du hast mich von 0 auf hass in unter 2 sekunden gebracht

Im Urlaub vom 27.06. - 01.08.2010
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Sunki

SCHREI BECKE!!!

Date of registration: Feb 24th 2004

Posts: 722

6

Tuesday, February 9th 2010, 3:40am

Ich hoffe ihr findet es nicht zu kitschig, aber ich konnte einfach nicht anders. Zum ersten Mal seit dem KeksRPG tausche ich mal wieder sämtliche Ernsthaftigkeit gegen mein kindisches Ich ein*g* Viel Spaß und ich hoffe es gefällt euch! :]
-3834 Wörter-
liebe Grüße
Sunki



"Hey Jonas, pass auf das du keinen Hai erwischst!"
Jonas war den Spott der Jogger gewohnt.
Jeden Sonntag saß er in seinem kleinen Paddelboot, mitten auf dem See im Stadtpark. Einen See konnte man das Gewässer eigentlich gar nicht nennen. Es war ein Teich maximal, eine Pfütze eher, und Jonas saß mit seiner Angel wie auf dem Präsentierteller. Jonas war ein ganz normaler Mann mittleren Alters, hatte Frau und zwei Kinder, und einen recht gut bezahlten, aber nervenaufreibenden Bürojob. Umso mehr genoss er die Zeit die er Sonntags beim Angeln hatte, auch wenn er wusste, dass es hier wahrscheinlich gar keine Fische gab. Es entspannte ihn eben.
Der Tag war herrlich, der Himmel nur von ein par Wolken bedeckt, die Sonne schien Jonas auf den Anglerhut und ein par Libellen tanzten in der Luft Tango. Jonas schloss die Augen und lehnte sich zurück. Er schlief ein in seinem kleinen Boot.
Doch selbst wenn Jonas wach gewesen wäre, hätte er nicht sehen können, wer mit ihm in seinem Paddelboot schipperte. Kein blinder, aber ein unsichtbarer Passagier.
Fasi Fürchterlich, ausgebildete Teufelsbraut, und zuständig für jedes Missgeschick, das Jonas Woche für Woche widerfuhr, stand seefest trotz erhöhtem Wellengang am Bug, und sah wahrhaft teuflich aus. Ein Feuerrotes Kostüm, natürlich mit dem passenden Umhang, und der Dreizack zeigten ihren Rang in der Höllenhierarchie. Zwei rote Hörner lugten zwischen ihren pechschwarzen Haaren hervor, allerdings noch nicht all zu lang, denn die ein oder andere Beförderung ließ noch auf sich warten. Nussbraune Augen und ein schmaler schwarzer Mund formten sich zu einem schadenfrohen und teufelsroten Gesicht, als Fasi einen altertümlichen Handbohrer hervor zauberte, sich auf den Boden setzte, und damit begann ein schönes kleines Loch in das Boot zu bohren. Fasi pfiff fröhlich "Im Himmel ist die Hölle los" von der EAV,während der Bohrer quietschend seine Arbeit verrichtete, und freute sich schon höllisch darauf Jonas ins Wasser fallen zu sehen.
Doch plötzlich wurde die kleine Teufelin von einem kurzen Puffen unterbrochen, und vor ihr stand ein Junge in schneeweißem Gewand, mit goldenem Haar, strahlend blauen Augen und leicht geröteten Wangen. Auf seinem Rücken trug er weiße Flügelchen, und ein Heiligenschein leuchtete wie eine schwebende Lampe über seinem Haupt.
"Zum Teufel, musst du mich so erschrecken?" Fuhr Fasi den Neuankömmling harsch an. "Oh Verzeihung das wollte ich nicht!" ,antwortete der kleine Engel beschämt. "Und wer bist du wenn ich fragen darf?" Fasi klang nicht so als würde es sie wirklich interessieren. "Ich bin Frances, Jonas neuer Schutzengel!" ,ertönte die stolze Antwort, bevor seine Stimme ernster wurde. "Hey sagmal was machst du denn da? Lass das, da kommt doch Wasser rein!" Fasi lachte gehässig. "Ja genau!" Der Bohrer rutschte mit einem Ruck in das Loch, und schon begann das Wasser zu sprudeln. Jonas schreckte hoch, sah die Fontäne welche durch den Rumpf seines Bootes schoss, ließ vor Schreck seinen Anglerhut ins Wasser plumpsen, und genauso schnell wie das Loch auftauchte, verschwand es auch wieder. Was Jonas nicht sah, war das sein neuer Schutzengel Frances einen Korken in das Loch gestopft hatte, um dem Wasser Einhalt zu gebieten. Fragend kratzte er sich am Kopf. "Findest du das witzig?!" ,fragte Frances während er den Finger auf den Korken drückte. Fasi nickte eifrig, während sie über beide Ohren grinste. "Ja klar!" Der kleine Engel guckte so ernst er konnte, was für ihn allerdings ziemlich schwierig war, da man sich im Himmel meistens nur freute. "Warum musst du nur so gemein sein?" "Warum? Warum fragst du?" Fasi hüpfte hoch, stemmte die Hände in die Hüften und machte sich so groß sie konnte. "Na schau mich doch mal an!" Sie warf ihren Umhang zurück um die Pose zu vollenden. "Ich bin Fasi Fürchterlich, das fieseste und gemeinste Höllenmädchen, diesseits des Fegefeuers!" Gepaart mit einem teuflischen Grinsen reckte sie die Nase in die Höhe. "mmh... du siehst aber gar nicht so böse aus!" ,sagte Frances und lächelte freundlich. "Waaaas?" Fasi lief noch roter an als sie es eh schon war, und in ihren Augen loderten Flammen. "Ich seh nicht böse aus?!" Sie schrie ihn an und war außer sich vor Wut. "Nein eigentlich siehst du richtig nett aus!" Frances Lächeln war ehrlich, und seine großen blauen Augen strahlten.
"Wie kannst du es wagen? Weißt du eigentlich nicht wer vor dir steht? Ich und nett, ich und lieb... PAH! Vorher friert die Hölle zu!" Plötzlich bebte der Erdboden kurz, und das Boot schwankte sodass Fasi stolperte und einen Purzelbaum vorwärts machte. Der Fürst der Finsternis hatte es nicht gerne wenn man Späße auf seine Kosten machte, und so kegelte die Teufelin ihren himmlichen Gegner um, welcher das Gleichgewicht verlor und hilfeschreiend auf ihr landete. Beide brauchten ein par Sekunden um zu realisieren was passiert war, doch als sie wieder klar sahen, blickten sie sich tief in die Augen und ihre Nasen berührten sich. Frances lächelte verlegen, und Fasi explodierte: "Geh... von... mir... runteeeer!!!" Im hohen Bogen flog der Engel durch die Luft und landete mit einem lauten Platsch im Wasser. Fasi hüpfte blitzschnell hoch, strich ihr Kostüm glatt, und ordnete sich die Haare. Ein böser Blick zum im Wasser treibenden Frances, bevor sie den Korken im Boot sah, den sie nun ohne Probleme rausziehen konnte. Sie überlegte, und beschloss nach kurzem hin und her, dass es ersteinmal genug war für heute. Es gab einen lauten Knall und Fasi verschwand in einer schwarzen Rauchwolke.
Frances stapfte triefend nass aus dem Wasser. Sein weißes Hemd klebte ganz unangenehm auf seiner Haut, und die Flügel hingen schwer herunter. Sein Heiligenschein thronte wie ein vollgesogener Schwamm auf den Haaren, die in triefenden Strähnen von seinem Kopf fielen. "So ein gemeines Mädchen!" ,murmelte er, während er den Heiligenschein auswrang. Er spürte ein Kribbeln in seinem Bauch, und beschloss erst einmal etwas zu essen. Ein kurzes Puffen und er verschwand.

Ein paar Tage später im Himmel.
Frances saß im göttlichen Speisesaal und wusste genau was gleich passieren würde. Von draußen hörte man bereits unzählige Damen vor Begeisterung kreischen. Immer lauter wurde es, immer mehr schrille Töne drangen durch die Tür, bis sie schließlich weit auf schwang, und ein Hühnenhafter Kerl, mit schwarzen, zurückgegelten Haaren, einer ultramodischen Sonnenbrille, und dem perfekten Zahnweißlächeln stand dort umringt von unzähligen sexy Engelsdamen. Eine enge weiße Lederhose formte seine Beine, ein weißes Muscleshirt betonte das Sixpack, die Flügel glänzten silbern, und sein Gürtel trug eine riesengroße Schnalle in Herzform. Sein Gang war lässig, jede Bewegung locker und cool. Mitten im Saal stoppte er als er Frances sah, der etwas niedergeschlagen drein schaute. Er nahm sein Freshmint-Kaugummi aus dem Mund und gab es einer seiner Begleitungen in die Hand, welche sofort vor Entzückung in Ohnmacht fiel. "Wartet hier kurz Ladies! Amor ist gleich wieder bei euch!" ,ertönte eine dunkle maskuline Stimme, bevor Amor zu Frances stolzierte. Schwungvoll ließ er sich auf den Stuhl gegenüber fallen, legte die glänzenden Cowboystiefel hoch auf den dritten Platz, und zog die Sonnenbrille auf die Nasenspitze.
Frances blickte nicht hoch. Er rührte Gedankenverloren mit dem Löffel in seinem Ambrosiapudding und seufzte. "Frances was ist los mit dir?" ,begann Amor in schneller Folge. "Ist es wegen deinem alten Kunden? Ich hab dir schon gesagt, Amor besiegt alles, aber auch Amor kann keinen alten Esel zum Hengst machen, wenn du verstehst was ich meine... Aber du hast ja Glück: Der Neue den du beschützen sollst, ist ein wahrer Experte!" Er vermied es Frances anzusehen. Stattdessen zog er einen Spiegel aus der Tasche, und kontrollierte den korrekten Sitz seiner Haare. Am Ende zog er noch eine Augenbraue hoch, und warf seinem Spiegelbild einen Kuss zu.
"Nein nein das ist es nicht...", seufzte Frances und rührte weiter im Pudding.
"Ist es nicht?" Amor schaute kurz am Spiegel vorbei, bevor er ihn auf den Tisch legte, und aus einem verschmitzten Grinsen ein breites Lächeln formte. "aaaa Amor weiß was los ist! Love is in the Air!" Über den Tisch klopfte er Frances einmal ruckartig auf die Schulter. "Na los gibs zu, du kannst Amor sowieso nichts vor machen!" Er stoppte kurz um die letzte Zeile wie ein Opernsänger vorzutragen. "Denn ich bin der Liebesgott! Du weißt doch, ich mache Amore den ganzen Tag!" Frances malte mit dem Löffel ohne es wirklich zu merken ein Herz in den Pudding. "Na komm schon Frances alter Junge! Du kannst es Amor ruhig sagen, wer ist die Glückliche hmm?"
Frances seufzte noch lauter und länger als zuvor. "Ihr Name ist Fasi!" ,sagte er leise und schüchtern, was dann nur umso lauter vom Liebesgott wiederholt wurde. "Fasi also ja? Der Name sagt mir ja gar nichts, und dabei kenne ich doch alle Ladies hier im siebten Himmel!" Er grinste vielsagend, und kam erneut nicht drum herum sich mit seinem Spiegelbild zu beschäftigen. "Nein nein sie ist nicht hier im Himmel?" Amor zog einen Klappkamm aus der Hosentasche, und perfektionierte die Welle in seinem Haar. "Aber Frances, du weißt doch das die Menschen uns nicht sehen können, und du möchtest doch gesehen werden oder?" Amors perfekt weiße Zähne strahlten ihm aus dem Spiegel entgegen. "Nein auch kein Mensch..." Francis seufzte nun so laut, das man es noch ein par Tische weiter hören konnte, und nach langem Zögern sagte er schließlich: "Sie ist wohl... ein Höllenmädchen!" Amor fiel vor Schreck der Spiegel aus der Hand. "Ein waaas?" Aufgeschreckt vom zersprungenen Spiegel eilten sofort Amors Begleitungen in Stöckelschühchen zu ihm. "Oh nein Amor, ist dir was passiert?" Besorgt zerrten sie alle gleichzeitig an ihm herum; eine legte sogar ihre Hand auf seine Stirn, um zu testen ob er Fieber hat. "Frances das geht nicht!" Sagte er bestimmend, schob seine Sonnenbrille hoch, und fügte kurz an: "Alles in Ordnung Ladies!" Einer hauchte er einen Kuss zu, was sie sofort mit einer weiteren Ohnmachtsattacke honorierte. "Ja ich weiß..." ,antwortete Frances niedergeschlagen. Der Liebesgott stand in seiner ganzen Pracht auf. "Frances, hier gibt es genug Ladies für alle, glaub mir, du brauchst keine wildgewordene Höllenbraut! Such dir eine andere, und dann frag einfach Amor, okay?"
Amor ging mit seinem kreischendem Gefolge, und lies Frances einsam und ratlos zurück. Sein Bauch fühlte sich so unglaublich leer an, und das kleine teuflische Mädchen, mit ihrem verschmitzten Lächeln, und den wunderschönen Augen ging nicht aus seinem Kopf. Er dachte an ihre Lachfältchen, als sie Jonas Boot durchbohrte, und wie stolz sie doch aussah als sie sich aufregte. Was sollte er denn bloß tun?

Wieder war es Sonntag, und wieder lag Jonas in seinem kleinen Boot und entspannte. Fasi ließ natürlich nicht lange auf sich warten, denn schließlich wollte sie endlich Jonas nass machen. Sie hatte sich diesmal besser vorbereitet, und einen Akkubohrer dabei. Damit würde es deutlich schneller gehen, das Boot zu durchlöchern. Sie kniete sich also auf den Boden, setzten den Bohrer an, und nach einem kurzen Puffen erschien auch wie erwartet Frances. "Ah da bist du ja endlich!" ,sagte Fari grinsend, und während sie ihn so angrinste, bohrte sie schon das erste Loch ins Boot. Frances reagierte nicht darauf. Er saß am anderen Ende der Nussschale und wusste nicht was er sagen sollte, als er seine verbotene Liebe mit verträumtem Blick ansah. Die erste Fontäne kam aus dem Boden, und Jonas schreckte hoch. Das Höllenmädchen war überhaupt nicht amüsiert über das Verhalten von Frances, und bohrte provokativ ein weiteres Loch in den Boden. Wieder keinen Reaktion. "Hey was ist los mit dir?" ,fragte Fasi, während das Boot langsam voll lief, und Jonas alle Hände voll zutun hatte, mit seinem Anglerhut das Wasser wieder hinaus zu befördern. Frances wurde rot; er wusste gar nicht was er sagen sollte. Sein Hals war trocken. Warum hatte er sich denn auch nicht vorbereitet? "Bist du krank Engel?" Frances wusste genau wenn er nun den Mund öffnen würde, käme nichts Verständliches dabei raus. "Ich äh... ich..." Fasi zog die Stirn in Falten. "Ich hab extra auf dich gewartet, und nun bist du hier und willst dich gar nicht über meine Gemeinheiten aufregen?" In Frances Kopf kamen nur wirre Satzfetzen an. Er konnte vor Aufregung gar nicht richtig zuhören. Nur die Wörter "...ich habe extra auf dich gewartet..." ,klangen wie Musik. Er musste es ihr sagen, er war ein Engel, es sollte kein Problem sein ihr seine Gefühle zu gestehen. Aber sie würde ihn bestimmt auslachen! Sie war eben eine Teufelin, die fieseste und gemeinste diesseits des Fegefeuers, das sagte sie selbst. Was bildete er sich eigentlich ein? Er sollte auf Amor hören und sich eine Andere suchen... Eine Andere? Aber er wollte doch überhaupt keine Andere, nur die eine! Diese kleine rote Geschöpf der Hölle hatte ihm den Kopf verdreht, sie war die einzige zwischen Himmel und Hölle die er lieben konnte!
"Na was ist nun?" ,fragte Fasi auffordernd. War das seine Chance? Er musste es ihr einfach sagen, er konnte nicht anders, und ausgelacht zu werden, ist immernoch zehn mal besser als es nie versucht zu haben. Er nahm also allen Mut zusammen: "Ich... ähm... ich muss..." und verschwand: "Ich muss weg!" Ein kurzes Puffen und der Engel hatte sich in Luft aufgelöst.

Später im Himmel:
Frances saß niedergeschlagen im himmlichen Speisesaal und war so traurig wie schon lange nicht mehr. Amor hatte schon die ganze Geschichte erzählt bekommen, und wusste, dass er Frances nicht davon abbringen konnte. "Amor ist zum Liebe machen da, und nicht um die Liebe zu zerstören!" Wie sollte Frances seiner großen Liebe je wieder unter die Augen treten, nach seinem feigen Davonlaufen? "Amor du musst mir helfen! Ich wusste genau was ich ihr sagen wollte, aber als ich dann vor ihr stand, und sie ansah... da wusste ich gar nichts mehr!" Amor grinste. "Ich will so stark und selbstbewusst sein, aber ihr Anblick macht mich schwach. Ich bin völlig fasiniert Amor!" Frances senkte den Kopf. "Aber aber... Frances nu lass mal den Kopf nicht hängen! Amor wäre nicht Amor, wenn er nicht eine Lösung für solche Fälle hätte!" Der Liebesgott erhob sich, und zog einen Winzigen Bogen nebst kleinen Pfeil mit roter Herzspitze aus der Hosentasche. Frances guckte etwas verwirrt, als Amor Pfeil und Bogen mit den Fingerspitzen hielt. "Sag nichts, den hat mir der Chef geschenkt als ich noch ein kleines Baby war!" Er spannte den Bogen, und schoss den Pfeil, welcher auf wundersame Weise in Frances Herz eindrang, ohne ihn zu verletzen. "Und Frances weißt du nun was du zutun hast?" Amor nickte triumphierend, denn er kannte die Antwort bereits. Plötzlich war Frances alles klar. Er wusste genau was er seiner Fasi sagen musste, und nichts sollte ihn davon abhalten. Nun konnte er es kaum erwarten, sie am Sonntag wieder zu sehen!

Am nächsten Sonntag saß Frances schon im Paddelboot, als Jonas noch gar nicht da war. Als dieser endlich kam, lief es wie üblich. Er paddelte mit zwei drei Schlägen bis zur Mitte des Sees, warf einen Stein ins Wasser, der an einer Schnur mit dem Boot verbunden war -als Anker sozusagen- hielt die Angel aus dem Boot, und lehnte sich zurück. Der Himmel war blau, die Sonne lachte und Vögel sangen im ganzen Stadtpark. Dieser Tag war perfekt, und heute würde er es ihr endlich sagen können! Frances wartete, er freute sich auf Fasi, dachte jede Sekunde an sie und die Minuten flossen dahin. Eine ganze Stunde verschwand in Gedanken, und Frances wurde langsam ungeduldig. Eine weitere Stunde verging. Natürlich biss kein Fisch an, und Jonas hatte sowieso die ganze Zeit geschlafen, doch dann plötzlich gab es einen Lauten Knall, eine schwarze Rauchwolke nebelte das Boot ein, und Frances freute sich. Endlich war sie da! ... dachte er zumindest, doch als sich der Rauch verzog stand dort nur ein kleiner grüner Gnom in gebückter Haltung, mit langen filzigen Haaren, einer hässlichen Hakennase samt Warze und großen gelben Auge. Der Gnom schaute sich entspannt um, popelte ein wenig in der Nase und sah schließlich Frances. "Igitt wer bist du denn?" ,fragte der Gnom, als sei ER nicht das scheußliche Wesen hier. "Ich bin Schutzengel Frances, wo ist denn Fasi?" Der Gnom zog sich einen Popel aus der Nase, den er schließlich ins Wasser flipste. "Fasi ist nicht da!" Er kratzte sich am Hintern. "Ja und wo ist Fasi?" ,fragte Frances. "Brennholz hacken für die Höllenöfen!" Der Gnom zauberte den gleichen Handbohrer hervor, den auch Fasi vor zwei Wochen benutzt hatte. "Brennholz hacken? Warum ist sie nicht hier?" Das kleine Höllenwesen ließ sich zurück fallen auf den Hosenboden und begann damit in aller Ruhe ein Loch zu bohren. "Sie hat letzte Woche die Löcher im Boot wieder zugestopft! Der Meister war sehr ungehalten und nun darf sie Brennholz hacken!" Frances verstand nicht recht. "Sie hat die Löcher wieder zugestopft? Wie was... warum das denn? Naja egal... wie komm ich zu ihr?" Holzspäne bedeckten schon den Boden. "Naja du musst in die Hölle hinab steigen! Das ist ganz einfach. Genauso wie du in den Himmel kommst, aber du musst die 666 vorweg wählen." Frances verstand, und mit einem kurzen Knall landete er in den Tiefen der Unterwelt.

Die Hölle war ein ganz schlimmer Ort. Tiefe Schluchten und Lavaflüsse, ein pechschwarzer Himmel, und es war viel zu warm für Frances. "Oh man ist das eine Hitze hier!" Frances nahm seinen Heiligenschein und wischte sich damit den Schweiß von der Stirn. Er war so mit der drückenden Hitze beschäftigt, dass er gar nicht bemerkte wer vor ihm stand.
Zwei Mann hoch, mit breiten schwarzen Schwingen auf dem Rücken, auf mächtigen Hufen stehend, und mit einer Haut die wie Lava glühte. Ein schmales Gesicht mit Ziegenbart, und einem finsteren Blick wie es nur den inen gab. Lange gekrümmte Hörner wuchsen aus dem Haupt des Riesen und Frances wusste genau wer hier vor ihm stand. "Lu... Luzifer?" Fragte der eingeschüchterte Engel mit zitterigen Knien. "Nenn mich Luzi!", tönte die dämonische Stimme überraschend freundlich zurück. "Na hast du dich verlaufen? Am Himmelstor falsch abgebogen hmm?" Luzifer lachte laut und spöttisch. Frances zitterte vor Angst, doch nahm er allen Mut zusammen und sagte schließlich warum er hier war. "Ich... Herr Luzifer Sir, ich suche Fasi!" Wieder lachte der Teufel laut. "Du bist also der neue Schutzengel von Jonas, jaja! Hältst Fasi von der Arbeit ab, das haben wir gerne, aber ich will mal nicht so sein. Ich bring dich zu ihr!" Frances war überrascht wie einfach das doch ging, aber der Fürst der Finsternis schien es ernst zu meinen. "Folge mir!" Die beiden gingen einen schwach beleuchteten Gang entlang, dessen Ende nur als kleiner leuchtender Punkt zu erkennen war. Mit jedem Meter wurde er schmaler, die Decke niedriger. Luzifer schrumpfte mit jedem Meter um sich nicht den Kopf zu stoßen, und am Ende war er genauso klein wie Frances. Die beiden standen vor einer Tür und Frances sah wie seine Fasi hinter dem Gitterfenster Holz hackte. "Blöder Engel!", fluchte sie, und hackte mit der Axt einen Stamm entzwei. "Blödes Boot!" Ein weiteres Holzstück flog auseinander. Frances hörte dies, und wieder zitterten die Knie, doch Luzifer legte die Hand auf Frances Schulter und man konnte denken Amor würde sprechen. "Na los Kleiner! Geh rein und sag was du sagen willst!" Frances nickte, atmete tief durch und ging hinein.
"Waaas machst du denn hier?" Fasi stand mit der Axt in der Hand, im Raum und verlangte eine Erklärung. Jetzt bloß nichts falsches sagen Frances! Doch er kam überhaupt nicht dazu etwas zu sagen, denn Fasi hielt ersteinmal eine Standpauke. "Duu! Du bist doch schuld daran, dass ich hier Holz hacken darf! Du musst mir ja alles versauen, du... du... du Engel!" Frances schluckte und bemerkte wie der Schweiß von seiner Stirn lief, doch schließlich fragte er: "Warum hast du die Löcher wieder gestopft?" Fasi zögerte kurz. Sie hatte ja keine Ahnung, dass er es wusste. "Ich... ach keine Ahnung! Du hast mich halt völlig aus dem Konzept gebracht!" Fasi legte die Axt beiseite und verschränkte die Arme. "Wenn du nicht drauf anspringst, dann macht es halt nicht soviel Spaß! Aber wieso bist du denn auch einfach so abgehauen? Ich hatte den Eindruck du wolltest mir was sagen!" Oh lieber Gott, nun war es so weit. Jetzt oder nie! Schließlich ist er für dieses Mädchen in die Hölle hinab gestiegen, und schließlich hatte er ja Amors Zauber, der in der Hölle aber leider nicht wirkte, und den er auch nicht brauchte. "Fasi, seit ich dich gesehen habe, kann ich nur noch an dich denken! Ich weiß das ist eigentlich nicht richtig, weil ich bin lieb und freundlich, du bist fies und gemein, und das passt eigentlich nicht zusammen, aber du gehst mir nicht aus dem Kopf! Jeden Morgen wache ich auf und denke daran wieviel Freude du hattest auf dem Boot, und das nachdem ich schon die ganze Nacht von dir geträumt hatte. Ich kann nichts essen, weil die Schmetterlinge in meinem Bauch keinen Platz mehr lassen, und ich platze jeden Tag fast vor Sehnsucht, dich endlich wieder zu sehen. Fasi..." Luzifer stand hinter Frances und stupste ihn an. "Los sag es endlich!" Frances nickte einmal. "Fasi ich liebe dich!"
Stille... Fasi stand wie angewurzelt da, und wusste überhaupt nichts mehr. Er liebte sie? Was, wie, wo? Wie das? Das hatte noch nie jemand zu ihr gesagt. Sie war völlig überfordert mit der Vorstellung, dass jemand sie lieben könnte. Sie! Einen Satansbraten erster Klasse. Aber ärgerte sie das?
Verlegen blickte sie zu Boden, legte schüchtern die Hände zusammen, und murmelte: "Naja... ich glaube ich find dich ja auch ganz süß... son bisschen..." Hätte sie nicht sowieso schon rote Haut gehabt, wäre sie nun wohl vor Scham angelaufen. Frances blaue Augen strahlten, er lächelte groß und breit, und Luzifer hinter ihm verdrückte eine Freudenträne. Langsam ging er auf sie zu, stand nun ganz nah vor ihr. Sie blickte immernoch zu Boden, doch Frances hob ganz zärtlich ihr Kinn. Sie blickten sich an, Frances verlor sich in ihren wunderschönen braunen Augen, sah wie sie strahlten und Fasi begann zu lächeln. Die Zeit schien still zu stehen. Frances fühlte sich wie Zuhause im siebten Himmel. Sanft legten sie die Arme umeinander und schließlich fanden sich ihre Lippen und der Engel Frances küsste seine Teufelin zum ersten Mal.

Am nächsten Sonntag lag Jonas in einem neuen Paddelboot auf dem See im Stadtpark. Er musste es einem alten Fischer abkaufen, da sein letztes Boot auf mysteriöse Weise abgesoffen ist. Sollte es hier wohl doch Fische geben, und kauten diese Fische Boote an? Wie auch immer, Jonas schlief natürlich wieder. Fasi und Frances standen am Bug des kleinen Bootes, sie stand vor ihm, und er hielt sie sanft fest. Zusammen breiteten sie die Arme auseinander, blickten hinaus auf den schillernden See der vor ihnen lag, spürten wie eine leichte Brise durch ihre Haare wehte, und sie liebten es zusammen zu sein. Frances konnte sich gerade noch bremsen "Ich bin der König der Welt!" zu rufen, denn damit hätter er wohl seinen Chef verärgert. Frances war der glücklichste kleine Engel zwischen Himmel und Hölle, und Fasi die glücklichste kleine Teufelin.

PS: Aufgrund der eisigen Temperaturen ist in nächster Zeit davon abzuraten einen Ausflug in die Unterwelt zu machen. Da Luzi gerührt durch die Liebe von Fasi und Frances jegliche Boshaftigkeit nieder legte, konnte er einfach niemanden mehr zum Holzhacken zwingen, sodass die Hölle zufror.

Du musst nur fest daran glauben!

This post has been edited 3 times, last edit by "Sunki" (Feb 9th 2010, 4:39am)

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Bloodlin3r

Board Moderator

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Posts: 505

Location: Quelle der Dunkelheit

7

Tuesday, February 9th 2010, 5:08pm

Rechtschreibung/Gramatik ist aus der Bewertung der Jury herausgenommen worden.

mfg
Bloodlin3r



<Kata> du hast mich von 0 auf hass in unter 2 sekunden gebracht

Im Urlaub vom 27.06. - 01.08.2010
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Darth Lazarus

~ SpaceMarine from Hell ~

Date of registration: Aug 27th 2006

Posts: 418

8

Tuesday, February 9th 2010, 8:05pm

Mein Beitrag
1136 Wörter

mfg Laza ^^
thx an Sunki unso


_______________________________________________________________-



Er hetzte ihr hinterher. Schatten flogen an ihm vorbei, als er entlang der Straße durch die Nacht lief und die Laternen mit ihrem unwirklichen, orangen Licht, welche Flecken der Helligkeit in das Dunkel stanzten. Immer wieder verschwand sie mit wehendem schwarzen Ledermantel in der Finsternis zwischen den Lichtern und schien dann plötzlich wieder aufzutauchen.
Die wenigen Passanten, die entlang der Straße schlenderten, schenkten ihnen kaum Beachtung. Wie viele Bürger wurden schon durch die Straßenschluchten dieser Stadt gejagt? Viele, denn nicht ohne Grund war dies die Stadt der ... verlorenen Engel.
Ein Polizeiwagen rauscht mit dröhnenden Sirenen an ihnen in entgegengesetzter Richtung vorbei. Aus dem Augenwinkel sah er die schwarzen Letter auf der Wagentür: LAPD.
Aber ihn interessierten weder die Passanten, die Polizei, noch sonst etwas in dieser Stadt. Nur dieser fliehende Schatten vor ihm. Dies war es, was er begehrte, wonach er sich tagtäglich verzehrte. Er wollte sie haben und er würde sie auch haben, irgendwann.
Er rannte weiter und wäre fast mit einem Afroamerikaner zusammengestoßen, der aus einem Spirituosengeschäft kam.
"Oh Gott! Man ey was soll der Scheiß?! Pass doch auf!", fluchte der Andere. Kurz blickte er verärgert den Mann an und überlegte sich, ihn wegen seines Fluchens zurecht zu weisen, aber seine Beine trugen ihn schon weiter. Noch einige unschöne Worte hallten ihm nach, aber sie trafen auf taube Ohren.
Wichtiger war es, dass er wertvolle Sekunden verloren hatte und sie wieder einen größeren Vorsprung gewann. Hörte er da nicht ihr leises Lachen, während sie durch die Nacht vor ihm davon lief?
Ihr wird noch das Lachen vergehen, dachte er sich und verdoppelte seine Anstrengung. Sein Herz pochte wild in seiner Brust. Ein ungewohntes Gefühl, obwohl er es schon so oft gespürt hatte.
Verwundert blieb er plötzlich stehen und blickte mit angestrengtem Blick geradeaus. Ein junges Pärchen kam ihm langsam entgegen aber sie ... war verschwunden. Kein Schemen im Schatten, der sich davon stahl. Langsam ging er weiter und blickte sich um. Hatte er sie verloren? War er kurz unaufmerksam gewesen? Das Klirren von Glas, als ob eine Flasche über einen steinernen Boden rollte, erklang von rechts und sofort ruckte sein Kopf herum. Mit bohrendem Blick durchdrang er die Dunkelheit und blickte hinein in eine Seitengasse.
Strenger Geruch von Abfall wehte ihm entgegen und er rümpfte die Nase. Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit und Konturen von einigen Abfallcontainern an der Seite wurden deutlich. Bewegte sich nicht etwas dort hinten?
Mit einem triumphierenden Lächeln schritt er langsam in die Gasse hinein und sein Lächeln wurde breiter als er sah, dass am Ende nur eine große Mauer wartete, die den Weg versperrte.
Dort, im Halbdunkel stand sie und nun hatte er sie.
Sie stand mit dem Rücken zur Wand, die Hände an das Mauerwerk gepresst und blickte sich fahrig um, als ob sie noch einen Ausweg suchte. Es gab aber keinen. Zwar bot sich eine alte eiserne Feuerleiter an, doch war sie zu weit weg und er kam immer näher.
Er wusste, das sie ihn gut sah, nicht nur das er einen klaren Schatten vor dem Licht bot, das von der Straße einige Meter in die Gasse einfiel, nein auch sein weißer Anzug musste sich deutlich aus dem Halbdunkel hervorheben.
Sie sah ihn an. Ihre dunklen Augen blickten direkt in seine und mit einer Hand strich sie sich eine Strähne ihres schwarzes langen Haares aus dem Gesicht.
Im Angesicht der Unausweichlichkeit schien sie es zu akzeptieren, das sie nun verloren hatte. Aber weder Furcht noch Wut zeichneten sich auf ihrem Gesicht ab. Als er näher kam, sah er ihr unscheinbares Lächeln. Es war genau das Lächeln, weswegen er sie wollte.
Nun stand er vor ihr und hatte sein Ziel erreicht. Sie versucht ihn davon zu stoßen, aber er packte sie an den Handgelenken und drückte ihre Arme an die Mauer.
"Wegrennen bringt nichts Lusi. Ich finde dich überall!" Seine Stimme war leise, aber kräftig und sie lauschte gebannt jedem seiner Worte. Er spürte, wie schnell sie atmete und das sie auch zitterte. Aber sie lächelte immer noch auf ihre geheimnisvolle Art und Weise.
"Du weist so gut wie ich, das wir das nicht dürfen.", flüsterte sie mit ihrer hinreißenden, wohlklingenden Stimme.
"Ausgerechnet du hast Angst davor, etwas Verbotenes zu tun?", antwortete er mit einem Lachen und streichelte mit einer Hand über ihre Wange. "Gerade du, wo du doch die Sünde in Person bist, die Versucherin."
Sie wich seinem Blick aus und lächelte breiter. "Du schmeichelst mir.", sagte sie und ihm war es, als ob ihre Wangen sich sacht röteten
Mit seiner Hand drehte er ihren Kopf wieder zu sich, sodass sie ihn wieder ansehen musste. Er spürte ihren Atem auf seinem Gesicht, wie immer wieder schnell der warme Hauch über seine Haut streifte. Tief blickten ihre schwarzen Augen in seine und er erwiderte den Blick.
"Bitte, tu ...", doch bevor sie weiter etwas sagen konnte, unterbrach er sie.
"Lusi, du weist wie sehr ich dich begehre, ich gebe dir alles. Ich schenk dir meine Welt! Das einzige was ich nur will, ist bei dir zu sein."
Ihre Nasenspitzen berührten sich sacht, so nah war er ihr. Aber weder sagte, noch tat sie etwas. Sie schaute ihn nur erstaunt an. Stille herrschte zwischen beiden und er fühlte sich zusehends unwohler in seiner Haut.
Schließlich erlöste sie ihn mit weiteren Worten. "Du ... schenkst mir deine Welt?", fragte sie zögerlich. Er nickte nur als Antwort.
"Aber ... das kannst du nicht.", hauchte sie kaum hörbar, so sehr erstaunt war sie darüber, dass er ihr das schenkte, was ihm am meisten bedeutete.
"Doch ich kann es, ich würde alles für dich aufgeben Lusi..." Er kam ihr noch näher, doch sie legte ihren Zeigefinger auf seine Lippen und entwand sich seinem Griff.
Nun war er es, der mit dem Rücken zur Wand stand und mit beiden Händen auf seiner Brust drückte sie ihn dagegen.
"Aber wenn du mir deine Welt schenkst, dann können wir uns nicht mehr sehen. Was würde wohl dein Sohn davon halten, wenn er herausfände, was du empfindest?"
Er schluckte hart, sagte aber nichts dazu. Langsam trat sie einige Schritte zurück und der Ledermantel glitt ihr von den Schultern.
Dort stand sie nun, die Sünde in ihrer ganzen Schönheit. Schwarzes Haar rahmte ihr wundervolles Gesicht mit den vollen Lippen ein. Ihre herrlichen Kurven nur verdeckt durch ein Hauch von Nichts an schwarzem Stoff und hinter ihrem Rücken spannten sich die schwarzen ledrigen Flügel auf.
"Lusi ...", hauchte er. Der Anblick verschlug ihm den Atem.
Sie kam noch einmal auf ihn zu und streichelte über seine Brust. Sein Herz schlug schneller und er wollte sie in seine Arme nehmen, doch nun hielt sie ihn fest.
"Ich weiß zu schätzen was du mir bietest.", sagte sie leise. "Aber ich kann es nicht annehmen."
Er wollte etwas sagen, doch seine weiteren Worte erstickten in ihrem sachten Kuss...

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Faranzi

RPG Neuling

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Posts: 14

9

Sunday, February 14th 2010, 4:33pm

Hier ist dann mal mein Beitrag
2194 Wörter
Viel Spaß beim Lesen


28. Oktober 2000

Je näher Mary dem Haus kam, desto langsamer wurden ihre Schritte. Schließlich blieb sie vor der Tür stehen, atmete tief durch und klingelte. Es dauerte quälend langsam bis sich etwas im Inneren regte. Dann sah sie die Umrisse einer Gestalt hinter den trüben Glasplatten der Tür. Ein Schlüssel wurde umgedreht und die Tür schwang auf. Mary spürte, wie sich ihr Herz schmerzhaft zusammen zog, als sie in das vertraute Gesicht blickte, in die Augen, die sie so geliebt hatte. Sam's Mund, der sich so oft zu einem Lächeln verzogen hatte, dessen Lippen sie so oft geküsst hatte. Sie musste Tränen zurück kämpfen, als sie an frühere Zeiten dachte, an Vergangenes, an Fehler. Sam starrte zurück, nicht mit Tränen in den Augen, aber mit Fassungslosigkeit.
"Mary?!"
Sie schluckte. "Hallo, Sam!", sagte sie mit belegter Stimme.

28 Jahre früher

Es war im Spätsommer 1972, als Sam und Mary sich das erste Mal begegneten. Die Sonne hatte an jenem Tag besonders unbarmherzig vom Himmel geschienen und die Schüler der Senior High, die auch Mary besuchte, hatten sich nichts mehr gewünscht, als dem Unterricht endlich entfliehen zu können. Auch Mary hatte sehnlich aus dem Fenster gestarrt, bis ihr Englischlehrer ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, als er der Klasse einen Neuzugang vorstellte: Sam. Kurze braune Haare, Augen von der selben Farbe und ein Mund, der ständig zu Lächeln schien. Mary hatte dieses Gesicht schon immer schön gefunden, doch an diesem Tag schien es ihr eine andere Schönheit zu sein, als in den Monaten und Jahren danach. Damals hatte sie Sams Gesicht in keiner Weise anders schön gefunden, als das Gesichts irgend eines anderen Mädchen: mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid. Als Sam schließlich vom Lehrer aufgefordert worden war, sich einen Platz zu suchen und deswegen in Marys Richtung gekommen war, hatte sich diese bemüht, Sam nicht weiter anzustarren und hastig den Platz neben sich frei zu räumen. Schließlich hatte sich das Mädchen auf den Stuhl neben Mary fallen lassen und ihr eine Hand entgegen gestreckt. "Hi, ich bin Sam...Samantha", hatte sie gesagt und Mary angelächelt.
"Ja, ich weiß", hatte Mary geantwortet und war sich im selben Moment dämlich vorgekommen. "Mary", hatte sie danach nur noch kleinlaut hinzugefügt und dann versucht sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Aber es hatte nicht geklappt. Immer wieder hatte sie sich dabei ertappt, wie sie Sam anstarrte.
In den nächsten Tagen und Wochen hatte Mary versucht herauszufinden, was sie an Sam so faszinierte. Sie hatte versucht, mit ihr zu reden, so oft wie möglich Zeit mit ihr zu verbringen, um es herauszufinden. Schließlich waren die beiden Freunde geworden und langsam hatte die Faszination, die Mary für Sam empfand nachgelassen.
Bis zu einem Tag im Herbst, als sie mit ihrem Biologie Kurs einen Ausflug in ein nahes Wäldchen unternommen hatten. Sie hatten sich in zweier Paaren aufteilen und den Wald nach bestimmten Pflanzen durchsuchen sollen. Mary und Sam waren zusammen durch den Wald gelaufen, hatten die gesuchten Pflanzen gefunden und protokolliert und sich dabei über allerlei unterhalten, bis Sam schließlich stehen geblieben war und kritisch Marys Haare begutachtet hatte. "Wie siehst du denn aus?!", hatte sie mit gespieltem Entsetzen gefragt und sich daran gemacht, die Blätter und Zweige, die sich in Marys Haaren verfangen hatten, zu lösen. Mary war zu abgelenkt gewesen, um ihr etwas zu erwidern. Jedes Mal wenn Sams Finger ihre Kopfhaut berührt hatten,war ein angenehmes Kribbeln über Marys Körper gewogt. Sie hatte versucht, sich einzureden, dass dies nichts mit Sam zu tun hatte, dass es das simple wohlige Gefühl war, welches man immer hatte, wenn Jemandem durch die Haare gestrichen wurde. Doch es war anders gewesen. Mary hatte sich anders gefühlt. Ihr Herz hatte geklopft, war in ihrer Brust gerast. Sam war so nah gewesen, und Mary hatte sich jede einzelne Kontur ihres Gesichtes angesehen. Ihre wunderschönen Augen, die auf Marys Haare gerichtet gewesen waren, ihre Nase, die sie leicht kraus gezogen hatte und ihr Mund, der so nahe den ihrem gewesen war. Doch dann war Sams Blick von ihren Haaren zu ihren Augen gewandert und obwohl Mary so schnell es ging weggesehen hatte, war sie sich sicher gewesen, dass Sam ihren Blick bemerkt hatte.
Nach diesem Vorfall hatte Mary nicht gewusst, wie sie auf Sam reagieren sollte. Sie hatte überlegt, ihr aus dem Weg zu gehen um peinliche Situationen zu vermeiden, aber Sam hatte den Vorfall nicht einmal erwähnt und so hatte Mary sich eingeredet, dass alles vollkommen normal sei, obwohl sie tief in ihrem Innersten gewusst hatte, dass das falsch war.
Die Wochen waren vergangen und es war Winter geworden. Sam war bei Mary zu Besuch gewesen um mit ihr für die anstehenden Prüfungen zu lernen. Die Mädchen hatten bis zum späten Abend gelernt und geredet und so war ihnen nicht aufgefallen, wie sehr die Zeit verflogen war. "Du kannst jetzt nicht nach Hause gehen", hatte Mary gesagt, als Sam hatte gehen wollen. "Es ist viel zu dunkel, und es liegt so viel Schnee. Der Bus wird jetzt nicht mehr fahren"
Sie hatte Sam überreden können, diese Nacht bei ihr zu schlafen. Ihre Eltern waren damit einverstanden gewesen und während Marys Mutter das Gästezimmer hergerichtet hatte, waren Mary und Sam in Marys Zimmer gegangen, um einen passenden Pyjama für Sam zu finden. Schließlich hatten sie einen gefunden und Sam hatte angefangen, sich vor Marys Augen auszuziehen. Mary hatte ihr dabei nicht zusehen wollen. Sie hatte natürlich schon andere Mädchen beim umziehen gesehen, vor und nach dem Sportunterricht und im Schwimmbad. Aber mit Sam war es etwas anderes gewesen. Mary hatte sich geschämt, Sam zuzusehen.
"Mary" Sie hatte eine Hand an ihrem Kinn gespürt, die ihren Kopf langsam nach oben drückte, sodass sie Sam angesehen hatte, die mittlerweile den Pyjama angezogen hatte. "Was ist denn?", hatte Sam gefragt und sie besorgt angesehen. Und dann hatte Mary es nicht mehr ausgehalten, sie war einen Schritt nach vorne getreten, hatte Sams Gesicht zwischen ihre Hände genommen und die Lippen auf ihre gepresst. Und zu ihrer großen Überraschung hatte Sam sich ihr nicht entzogen, sondern auf ihren Kuss geantwortet, sich ihr geöffnet.
Sie hatte ihre Lippen bloß einmal kurz zurück gezogen und ein fragendes "Mary?!", gehaucht, aber Mary hatte den Kopf geschüttelt und sie erneut an sich gezogen.
Als sie sich voneinander gelöst hatten, hatte Mary schwer geatmet. Sie hatte Sam angesehen, glücklich und verwirrt zugleich und Sam hatte mit dem selben Gesichtsausdruck zurück geschaut. Dann hatte Marys Mutter an die Tür geklopft und die beiden Mädchen waren hastig einen Schritt auseinander getreten.
Von diesem Tag an waren Sam und Mary ein Paar. Natürlich mussten sie es heimlich sein, aus Angst davor, was die anderen Schüler oder die restliche Stadt über ihre Beziehung gesagt hätten. Also hatten Sam und Mary versucht, das Beste daraus zu machen: Ein Kuss in einem unbeobachteten Moment, Händchen halten im Kino, wo es zu dunkel gewesen war, als das Jemand es erkennen gekonnt hätte. Mary hatte sich in dieser Zeit so glücklich wie noch nie gefühlt, gleichzeitig hatte sie immer gefürchtet, jemand könnte von ihrer Beziehung erfahren. Es war Frühling gewesen, als sich diese Befürchtung bewahrheitet hatte.

Gegenwart

"Wir müssen reden", sagte Mary, die immer noch auf Sams Türschwelle stand.
"Müssen wir das?", fragte Sam scharf, fügte allerdings in milderem Ton hinzu:"Komm rein"
Mary trat ein und sah Sam an. "Ich...ich habe einen Fehler gemacht"
Sam sah sie kalt an und nickte. "Allerdings"

Vor 28 Jahren.

Mary hatte nie erfahren, wie genau es passiert war, aber irgendjemand musste sie und Sam gesehen haben. Auf einmal war das Gerücht in der Schule verbreitet gewesen. Man hatte sie wie eine Verrückte angestarrt, oder, was noch schlimmer gewesen war, wie eine Verbrecherin, wie etwas Verabscheuungswürdiges. Man hatte ihr mit Schlägen gedroht und ihr Beschimpfungen an den Kopf geworfen, aber das Schlimmste für sie war es gewesen, dass sie nun nicht mehr mit Sam zusammen sein konnte, so wie früher. Alles war nur noch schlimmer geworden, als Sam ihr erklärt hatte, dass sie bald wegziehen würde.
"Meine Eltern wollen den Gerüchten entfliehen und in einer anderen Stadt neu anfangen", hatte sie zu Mary gesagt. "Das haben sie schon einmal getan, als sie gemerkt haben, dass ich...anders bin"
Mary war am Boden zerstört gewesen, aber Sam hatte sie mit der Aussicht getröstet, dass sie immer noch zusammen aufs College gehen konnten. "Außerdem haben wir noch den Frühlingsball", hatte sie gesagt. Der Tanz vorm Spring Break würde in einer Woche stattfinden.
Sam hatte sich sehr auf diesen Tanz gefreut. Natürlich hatte sie Mary nicht dazu abholen können, aber sie hatte mit ihr vereinbart, dass sie sich beim Tanz treffen würden. Für Sam war dies sehr wichtig gewesen, denn dieser Tanz hatte allen zeigen sollen, wie stolz sie und Mary auf ihre Beziehung gewesen waren. Doch als sie am Abend des Tanzes in die Turnhalle gekommen war, hatte sie etwas unglaubliches gesehen. Mary hatte getanzt, mit einem Jungen. Sam hatte versucht ruhig zu bleiben. Vermutlich hatte Mary sich bloß zur Tarnung mit diesem Jungen eingelassen und würde gleich zu ihr rüber kommen. Aber Mary hatte nicht einmal auf sie geachtet, sie nicht einmal angesehen. Sam war fassungslos gewesen und schließlich war sie zu Mary gegangen und hatte eine Antwort verlangt. Und dann hatte Mary etwas gesagt, dass Sams Herz für lange Zeit in Scherben hatte zerspringen lassen, die sie nicht wieder hatte zusammenfügen können: "Vielen Dank, dass du angeboten hast, mit mir zu dem Ball zu gehen, falls ich keinen Begleiter mehr finde, aber Derrek hier hat mich gestern gefragt"
Mary war so kalt gewesen, so distanziert. Sam hatte es in der Turnhalle nicht länger ausgehalten, sie hatte sich umgedreht und war hinaus gerannt.

Gegenwart

"Ich war eine Idiotin! Ein verdammter Dummkopf", rief Mary.
"Ja, das warst du wohl", schrie Sam zurück. "Du hast mich verraten, du hast uns verraten. Wie konntest du das nur tun? Habe ich dir überhaupt etwas bedeutet?"
"Ja", sagte Mary leise und Tränen begannen ihre Sicht zu verschwimmen. "Ja, du hast mir etwas bedeutet und du bedeutest mir noch etwas. Nach diesem Abend...am nächsten Tag...ich war zu beschämt um zu dir zu gehen....ich konnte es einfach nicht", sie sah Sam nun direkt an und hatte Mühe und Not die Tränen zurück zu kämpfen. "Zwei Tage lang habe ich mich nicht getraut, als ich mich dann endlich überwinden konnte, warst du schon fort. Ich habe mir nie verziehen, was ich dir angetan habe...ich...ich.."
Doch Sam unterbrach sie mit Wut in der Stimme: "Du bist so eine Heuchlerin. Du hast mir das alles angetan, weil du Angst vor der Meinung anderer hattest, Angst davor, dass du nicht von ihnen akzeptiert wirst, dass du nicht zu ihnen gehörst. Du hast dich zu sehr geschämt um zu mir zu kommen? Oh ja, ich kann mir denken, dass du dich geschämt hast! Aber nicht wegen dem, was du getan hast, sondern wegen dem, was die Leute sagen würden, wenn sie uns beide zusammen sehen würden. Und deswegen hast du nie versucht mich zu finden. Und deswegen kommst du erst jetzt zu mir, jetzt, wo sie uns akzeptieren, wo wir keine seltsamen Freaks mehr sind!"
Sie redete sich in Rage, außer sich vor Zorn und deutete mit einem bebenden Finger auf Mary. "Ich war auf der Straße. ich habe für Leute wie uns gekämpft, für unsere Rechte demonstriert, während du dich versteckt hast. Du bist nicht für uns eingestanden. Du hast es damals nicht getan und du wirst es auch heute nicht tun"
"Nein, Sam, das ist nicht wahr", sagte Mary verzweifelt und nun kullerten ihr doch Tränen die Wange hinunter. "Ich liebe dich. Es hat nie Jemand anderen gegeben, den ich so sehr geliebt habe, wie dich. Bitte, du musst mir glauben. Ich will bei dir bleiben, ich will zu dir stehen"
Doch Sam schüttelte bloß den Kopf und wandte sich ab. "Es wäre besser, wenn du gehen würdest", sagte sie leise. Mary blieb stehen, bis Sam wütend aufschrie": Verdammt geh, Mary!"
Mary zitterte am ganzen Leib als sie aus der Tür schritt. Unterdrückte Schluchzer schüttelten ihren Körper. Sie war schon einige Schritte von der Tür entfernt, als sie Sam rufen hörte: "Mary!"
Sie drehte sich um, Sam kam auf sie zugerannt und blieb knapp vor ihr stehen, Tränen in den Augen. "Das was du mir angetan hast, war falsch. es war...es war...", sie fuchtelte mit ihren Händen in der Luft herum, während sie nach Worten Rang. "Du hast mich sehr verletzt damals, du hast mir mein Herz gebrochen und ich weiß nicht, ob ich dir jemals verzeihen kann, aber ....", sie trat einen schritt nach vorne und ergriff Marys Hände. "Aber ich liebe dich Mary. Ich habe es schon immer, ich werde es immer. Und egal wie sehr du mich verletzt hast, nichts wird mir mehr wehtun, als dich ein zweites Mal zu verlieren"
Mary starrte sie an, fassungslos und dankbar, während sie den Druck ihrer Hände erwiederte. Sie traute sich nicht, sie zu umarmen oder ihr auch nur für längere Zeit in die Augen zu sehen, aus Furcht sie möge sich umentscheiden. 'Vielleicht', dachte Mary, während sie zurück zu Sams Haus gingen, wo sie beide ein langes Gespräch und viele Tränen erwarten würde, 'vielleicht kann es nicht mehr werden, wie es einmal war. Aber vielleicht, vielleicht gibt es noch Hoffnung....'


RL Schwester von FlameForFame
Mein Fred in der Schreibwerkstatt

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stormreaver

OGame-Neuling

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10

Sunday, February 14th 2010, 10:28pm

Romantik muss nicht "nett" sein oder

Die Legende von Storm und Sternenglanz

Nach den feierlichen Klängen der heiligen Gesänge herrschte Stille im Thronsaal von Charandur. Der alte Storm, Lordcommander und Princeps des Imperiums, überblickte zum wiederholten Male prüfend den versammelten Hofstaat. Nein, niemand hatte es an diesem Tage gewagt, ihn durch Fernbleiben zu verärgern. Seine Minister und Berater waren vollzählig versammelt, die Botschafter der benachbarten Imperien repräsentierten in ihrer exotischen Aufmachung ihre Heimatwelten, und nicht wenige kleine, abhängige Imperatoren waren vorsichtshalber persönlich erschienen und hofften inständig auf eine sichere Heimkehr.

Storm platzte fast vor Stolz. Aus ärmlichsten Verhältnissen kommend, hatte er als erfolgreicher Raumpirat ein Vermögen angehäuft und sich damit nach langen und verlustreichen Kämpfen auf dem Thron seines Heimatplaneten festsetzen können. Den hatte er dann von der unbedeutenden Farmwelt, auf der er geboren und aufgewachsen war, in die erste Liga der bedeutenden Imperien der Umgebung geführt. Heute dominierte Charandur die Region der Galaxie, benachbarte Sternenreiche suchten seinen Rat, buhlten um Unterstützung oder erhofften sich einfach nur Schutz vor seiner gewaltigen Kriegsflotte. Denn die setzte er, ganz ehemaliger Pirat, ebenso gern wie rücksichtslos und meist mit großer Effizienz zur Verfolgung seiner politischen wie privaten Ziele ein.
Seinen Untertanen ging es gut, und sie vergötterten ihn. Es ging das Gerücht, er habe für sein Glück einen Deal mit den Göttern gemacht, und er müsse ihnen im Gegenzug das Liebste opfern, was er habe. Aber wen interessierte das?

Im Alter von geschätzten 40 Jahren hatte er nach unzähligen Affären und Geliebten aus politischen Gründen geheiratet. Und wieder waren die Götter auf seiner Seite gewesen. Die Prinzessin von Xaran hatte sich als eine ebenso schöne wie warmherzige Frau entpuppt, und sie liebte ihn - wie er, nach anfänglicher Zurückhaltung - auch sie. Nach kurzer Zeit schon hätte er sich ein Leben ohne Sternenglanz nicht mehr vorstellen können.
Sie glättete seine Kanten, bestimmte ebenso unmerklich wie wirksam die Politik mit und machte aus dem alten Piraten einen weisen und allseits geachteten Herrscher. Und kürzlich hatte sie ihm also nun die Zwillinge geschenkt, einen Jungen und ein Mädchen, wie sie schöner und gesünder nicht hätten sein können. Zu deren traditioneller Weihe hatte sich heute, ein Jahr nach der Geburt, der gesamte Hofstaat versammelt.

Er war wahrlich ein gemachter Mann.


Es war Brauch auf Charandur, dass die eigentliche Weihezeremonie mit einer Prophezeiung des Hofastrologen begann. Der leierte dann die üblichen vieldeutigen Vorhersagen herunter, die auf irgendeine Weise immer eintrafen, weil sie alles und nichts bedeuten konnten. Storm misstraute dem schmierigen fetten Betrüger zutiefst, aber Tradition war nun mal Tradition. Es überraschte ihn wenig, dass Gnaeus trotz seiner pompösen Aufmachung zitterig und verbraucht wirkte, als er mühsam den heiligen Meteoriten im Thronsaal erklomm, auf dem stehend alle wichtigen Verkündungen im Imperium gemacht werden mussten.

Am Beginn von Storms Herrschaft, kurz nach seiner Machtübernahme, hatte dieser Meteorit auf dem Planeten eingeschlagen. Er hatte die damalige Hauptwerft von Charandur getroffen und auch große Teile der Metropole des Planeten vernichtet. Storm selbst war durch eine Laune des Schicksals verschont geblieben, danach jedoch in höchster Gefahr, denn das Volk sah in der Naturkatastrophe ein Zeichen, welches seinen Sturz forderte. In seiner Not war er damals auf den Gedanken verfallen, den Meteoriten, um dessen Zufälligkeit zu wissen er sicher war, öffentlich umzudeuten. Seither war er ein Zeichen für die von den Göttern geforderte Umgestaltung Charandurs, natürlich unter Führung des von göttlicher Vorsehung verschonten neuen Imperators. Diese Kampagne war nicht ganz billig gewesen, und so ging der alte Pirat noch einen Schritt weiter und ließ verkünden, das neue, starke Imperium von Charandur werde so lange bestehen wie der von den Göttern gesandte „Stein des Himmels“. Jeder, der auf dem Stein stehend spreche, stünde samt seines Anliegens unter dem Schutze der Götter.

Storm hatte von dort aus so manche Kriegserklärung verlesen, und weil er wusste, wie schwer der glatte, schwarze und doppelt mannshohe Stein zu erklettern war, gab es an dessen Rückseite eine unauffällige Leiter aus dunklem Galadur-Holz. Die war bedauerlicherweise immer dann in Reparatur, wenn damit gerechnet werden durfte, dass Gnaeus eine seiner diversen Amtspflichten zu erfüllen hatte. Sollte der alte Scharlatan doch am Abend weniger Scarf konsumieren. Dann käme er am nächsten Tage auch besser auf den „Fels des Himmels“. Storm grinste – vorsichtshalber nur innerlich. Denn er spürte den vorwurfsvollen Blick seiner Gemahlin auf sich ruhen.

Dann verging ihm jede Belustigung. Kaum oben angekommen, straffte sich die Gestalt des Astrologen. Kein hektisches Suchen nach Brille und zerknittertem Zettel. Nicht die übliche Unsicherheit, auch nicht das sonst unvermeidliche Stottern, kein kaum verständliches Gefistel. Statt dessen sprach Gnaeus mit der volltönenden, raumfüllenden Stimme eines Gottes.

ARMSELIGER HERRSCHER AUS MENSCHENGESCHLECHT
DESSEN TUN, DESSEN LASSEN VOLL VON HYBRIS GEWESEN
LANG GENUG HAST DU GÖTTLICHE NERVEN GESCHWÄCHT
NUN ZAHLE DIE RECHNUNG ZUZÜGLICH DER SPESEN

DIESE KINDER, GEBORGEN IN DEINEM HERZEN
UNTRENNBAR ZU DEINEM GLÜCK GEHÖREND
WERDEN ZUM QUELL ALLER ARTEN VON SCHMERZEN
DEIN REICH SCHWÄCHEND UND AUF EWIG ZERSTÖREND

Das reichte dem alte Storm, um zu wissen, woran er war.
Und noch während er den unglücklichen Propheten von der Spitze des Heiligen Steins herunterschoss – nein, er hatte nichts verlernt, und weder hatte das Alter seine Hand erzittern lassen noch die unglückselige Prophezeihung – ließ er die Versammlung auflösen.
Das war nicht besonders schwer. Jeder war froh, von diesem ab jetzt verfluchten, weil durch einen vom Imperator eigenhändig begangenen Mord entweihtem Ort fort zu kommen.

Noch in der gleichen Nacht drangen die Besatzungen zweier Schlachtschiffe scheinbar unbemerkt in den Palast ein, entführten die Zwillinge und sprangen mit unbekanntem Ziel in den Hyperraum. Sie wurden zu Verrätern erklärt.
Bei ihrer Rückkehr wurden beide Schiffe auf ausdrücklichen Befehl des Lordcommanders ohne jeglichen Funkkontakt von der planetaren Abwehr abgeschossen und verglühten im Orbit über Charandur. Sollten sie im Besitz irgendwelchen geheimen Wissens gewesen sein, so nahmen sie es mit in ihr kaltes Grab.

Die Imperatrix und geliebte Gattin des alten Storm verwand den Verlust ihrer Kinder nie. Sie legte sich auf ihr Lager, drehte sich zur Wand und starb, ohne seit der Zeremonie noch ein einziges Wort gesprochen zu haben.

Storm war nun ganz allein zurückgeblieben, verlassen von seiner noch vor kurzem so glücklichen Familie. Und es gab nicht wenige, die meinten, er habe seither den Verstand verloren.

Viele nahmen an, Storm hätte bei der unglücklichen Prophezeiung geglaubt, rasch handeln müssen. Die beiden Schlachtschiff-Besatzungen wären auf sein Geheiß gekommen und hätten die Zwillinge entführt. Sie seien in Waisenhäusern weit entfernter, unwichtiger Planeten abgegeben worden.
Dies könnte so gewesen sein, denn niemand hätte ihre Herkunft oder ihre Namen gekannt – sie hatten ja keine, ihre Namen hätten sie erst auf der Weihezeremonie erhalten sollen. Sternenglanz, die ihren alten Piraten gekannt hatte, könnte dies geahnt haben, aber sie war tot. Und so sei das Geheimnis gewahrt worden durch die von Storm möglicherweise selbst befohlene Vernichtung der nach Erfüllung ihres Auftrages heimkehrenden Schiffe. Sicher ist nur: Das Schicksal der Kinder von Storm und Sternenglanz ist hier nicht bekannt. Vielleicht füllt es eine andere Chronik.

Unser eigenes Schicksal jedoch ist unausweichlich, und mit unseren verzweifelten Versuchen, es aufzuhalten, bahnen wir ihm höchstens seinen Weg.

Verbittert und einsam kehrte der Imperator zu den Wurzeln seiner Herkunft als Pirat zurück. Die ausgleichende und mäßigende Politik seiner Gemahlin Sternenglanz war mit ihr gestorben. Storms gewaltige Kriegsflotte terrorisierte die nähere und weitere Umgebung von Charandur. Geführt von Storm persönlich, eroberte sie, was sie haben wollte und zerstörte, was nicht beherrscht werden konnte. Noch immer ging es seinen Untertanen gut, aber sie vergötterten ihn nicht mehr. Der Frevel des Imperators auf der Weihezeremonie war nicht vergessen, und viele befürchteten, der Strafe der Götter nicht zu entkommen.
Denn die Rachsucht der Götter, so der allgemeine Konsens, würde sich nicht mit so unwichtigen Dingen wie der Unterscheidung zwischen schuldig und unschuldig aufhalten.

Dem alten Storm war´s einerlei. Er erstickte auch den leisesten Versuch, seine Herrschaft in Frage zu stellen, in Blut und Terror, hatte er doch schon alles wirklich wichtige verloren. Sein Leben war wieder bestimmt von Krieg, Scarf und billigen Frauen, auf den Rest konnte er verzichten.
Insgeheim hoffte er, der Tod möge ihn bald holen kommen, am besten im Kampf, und sein Leiden beenden.
Bis auf die Sache mit dem Kampf wurde diese Hoffnung von den meisten seiner Untertanen geteilt, und schließlich sollte sie sich erfüllen. Doch bis es soweit war, kämpfte er aufgrund seiner Verzweiflung und Todessehnsucht so wild, so furchtlos und entschlossen, eigene Verluste mißachtend und immer selbst in vorderster Front seine Truppen mitreißend, dass ihm keine Flotte, keine Übermacht noch so schwerer Defensivgeschütze, einfach niemand widerstehen konnte. Sternenreiche, die viel mächtiger waren als Storms Piratennest, kapitulierten spätestens nach der ersten Schlacht, oft schon vorher. Das Imperium von Charandur erreichte eine ungeahnte Ausdehnung und Macht, und die wenigen überlieferten Mythen und Sagen entstanden fast alle in jeder Zeit.

Der Humor der Götter fühlt sich, wie so viele ihrer Eigenheiten, für uns Sterbliche oft, sagen wir, fremdartig an.

Es folgten lange Jahre, in denen Storm in näherer und weiterer Umgebung wütete, und die Bürger Charandurs fanden immer weniger Gefallen an ihren immerwährenden Siegen.
Schwangere beteten zu den Göttern um Töchter, die sich zwar in den Minen und Werften des Imperators zu Tode schuften mussten, aber dennoch meist erheblich länger lebten als die für die Kriegsflotte zwangsrekrutierten Söhne. Viele benachbarte Sternenreiche waren bereits aufgegeben worden, und deren überlebende Bewohner – so es denn welche gab - hatten sich neue Heimatwelten fernab des amoklaufenden Irren gesucht. Nach und nach fand sich Charandur im Zentrum einer Wüste unbewohnter Systeme wieder. Längst war die Kriegsflotte über jedes Maß hinaus gewachsen, in dem sie von der Infrastruktur der zum charandurischen Imperium gehörenden Planeten noch hätte ernährt werden können. Als es nun anfangs immer weniger, später dann kaum noch lohnende Ziele für Raubzüge gab, geriet der alte Storm mit den Soldzahlungen in Verzug.

Das war sein Ende. Schwerbewaffnete, schlagkräftige und kampferprobte Truppen im Reich zu haben, ohne sie zu bezahlen zu können, ist eine Herausforderung, an der bisher so ziemlich jeder Imperator gescheitert ist. Storm ging´s nicht anders.
Als er ein weiteres Mal den „Stein des Himmels“ erklimmen wollte, um seine mittlerweile als „Monatliche Durchhalteparole“ bekannte Rede abzuliefern, trat sein Stab-Chef hinter ihn und entleerte das Magazin einer Pistole durch seinen Kopf.

Storm starb, indem er den Inhalt seines Dickschädels über dem uralten Meteoriten verspritzte, ohne Kampf, ohne Ruhm, ohne Ehre. Einige der Anwesenden meinten bemerken zu sollen, es sei noch weniger Hirn gewesen, als sie ohnehin schon befürchtet hätten, vom Scarf-Gestank ganz zu schweigen. Der Meteorit wurde abgespült, zur nächstbesten Werft gebracht und zwecks Produktion weiterer Waffen eingeschmolzen.

Die Seele des alten Storm, sollte er eine gehabt haben, hätte wohl darüber gelacht.
Aber die Götter dürften ihn in dieser Sache würdig vertreten haben.

Es folgte eine Zeit der Machtkämpfe, die keiner für sich entscheiden konnte. Der Stabschef, der den alten Storm beseitigt hatte, blieb nicht lange genug am Leben, als dass sein Name hätte überliefert werden können. Die Chroniken jener Zeit vermitteln den Eindruck, als hätte jeder Commander mit mehr oder vielleicht auch weniger als ein paar hundert Söldnern versucht, den Thron zu gewinnen und dies vorübergehend oft auch geschafft.
Am Ende siegte offenbar die Natur: Das Militär reduzierte sich durch gegenseitig zugefügte Verluste von selbst auf eine von der Wirtschaft des Imperiums tragbare Stärke, oder eher Schwäche. Und das Volk, das von jeher die Kosten zu tragen gehabt hatte, rebellierte endlich und schuf eine sogenannte Demokratie, mit all ihren Schwächen und Nachteilen, die so gern als Stärken daher zu kommen pflegen.

Als dann in den benachbarten, verlassenen Welten eine neue, nichtmenschliche Zivilisation entstand, aufstieg und das entstandene Machtvakuum füllte, schließlich das wehrlose Charandur überrannte und niemanden am Leben ließ, hatte sich die Prophezeiung endgültig erfüllt.

Die Götter Charandurs erhielten keine Gelegenheit, darüber zu lachen. Denn sie starben den Tod aller vermeintlich Unsterblichen und vergingen mit dem Letzten, der sich ihrer erinnerte.

(Aus: „Die Chroniken des vergessenen Quadranten“, undatiert, vermutlich im 3. Jahrtausend der Neokolonisation, Verfasser unbekannt)
Das Licht am Ende des Tunnels ist meist ´ne Lok

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Cassandra Vandales

Ogame Historikerin

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11

Monday, February 15th 2010, 10:31pm

Meine zweite große Liebe

Meine erste Begegnung war nicht unter den besten Voraussetzungen. Es war ein kalter Dezembertag. es lag Schnee, der Wind pfiff eisig. Darüber hinaus steckte mein rechter Fuß in einem Gips, so dass ich nur schwer laufen konnte. Ich wurde begrüßt mit dem ganz speziellen Duft – der Raffinerie, die in der Nähe des Flughafens steht. Doch ich ließ mich nicht entmutigen – so viel hatte ich nun schon gehört, gelesen, von dieser wunderschönen alten Dame. Was würde mich erwarten?

Was hat mich als Erstes so eingefangen? So sehr, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, irgendwo anders zu sein? In einer Art, dass ich alles irgendwann hinter mir ließ, Freunde, Familie, nur um dort sein zu können?

Doch – ging dem Ganzen nicht eigentlich etwas voraus – diese Gefühle, die man eigentlich nur einmal hat. Dieser Mann, der eine so weite Strecke fuhr, nur um sicherzugehen, dass wir wirklich verliebt waren. Der mein Innerstes erschütterte, meine Welt umkrempelte, der alles machen würde, nur damit ich glücklich bin. Für den ich durchs Feuer gehen würde, dem ich überall hin folgte, der mich auf eine Weise berührte wie kein Mensch vorher. Meine erste, große und wunderbare Liebe. Die Liebe, die mich geradewegs zu meiner zweiten geführt hat.

Ich sah die Schönheit erst einmal nur vage – in der Dunkelheit, unter vielen glitzernden Lichtern präsentierte sie sich. Die samtene Nacht umschmeichelte, ja verführte geradezu. Aber ich konnte nicht direkt zu ihr, mein Gips verhinderte eine direkte Berührung. So bewunderte ich aus der Ferne, mit großen, staunenden Augen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich mich so sehr verlieben würde.

Leider war der Beginn ein Kampf, denn leicht machte sie es mir nicht. Es war so mühsam, bei ihr zu sein, es war mit den Krücken kaum möglich, alles zu sehen, was es zu sehen gab. Der Wind rauschte, es regnete in Strömen – auch ein gelbes Schloss konnte nicht dazu beitragen, dass sich die Gefühle vertieften. Zwar ließ ich mich nicht aufhalten, doch es war so mühsam – ich konnte einfach nicht verführt werden, nicht in Gänze. Allerdings war ich schon angesteckt, es bestand kein Zweifel. Ich wusste, ich würde wiederkommen.

Dieses Mal ließ ich mich ein auf die Verführung. Der Duft des Frühlings schwebte in der Luft, die Sonne schien auf die hellen, wunderschönen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Die breite Straße lud ein zu einem Spaziergang – ich sah hinauf in den Himmel durch grüne Blätter und wusste, du musst noch mehr sehen, noch viel mehr Zeit hier verbringen. Meine erste große Liebe geleitete mich durch ein Märchen. Die ersten zarten Frühlingsblüten sprossen, so wie meine Bewunderung wuchs, meine Verbundenheit, eine echte Faszination. Die Begegnung aber sollte nur kurz sein, viel zu kurz, viel zu schnell war meine Zeit mit ihr und mit ihm vorbei. Die Traurigkeit, die Einsamkeit der Trennung sollte mich noch über viele Jahre begleiten.

Es war die Hitze des Sommers, die mich schließlich überzeugte. Eine Hitze, die in allem wohnte, in den Parks, den Gebäuden – die Museen, die beiden Schlösser, ja selbst Galerien schienen zu glühen. Eine Leidenschaft wurde entfacht, in Spaziergängen, endlosen heißen Tagen, die zu einem einzigen Tag zu verschmelzen schienen. Ich schien mit ihr zu verschmelzen – ich lauschte den Klängen, dem Gesang, dem Klappern der Hufe auf den Straßen. Es war in diesem Sommer, dass ich wusste, ich war ein zweites Mal verliebt. Wehe dem Tag der Trennung, der Schmerz des Wissens, dass ich wieder so weit entfernt sein würde von denen, die ich liebte.

So oft kam ich zurück, so oft musste ich mich wieder trennen. Ich sah sie im Herbst, die Blätter fielen, die Tage wurden kühler und kühler – bis wieder der Schnee alles weiß bedeckte. Es blieb aber immer die Hitze des Sommers in meinem Herzen. Ich trug die Leidenschaft durch alle Jahre hindurch, mit jedem vergangenen Aufenthalt wuchs die Liebe und die Frage, was soll ich tun? Ja, die würde ewig auf mich warten, sie würde immer da sein und mich umarmen, mich überwältigen und aufnehmen. Ich kam nicht mehr dagegen an, ich musste einfach zu ihr und immer bei ihr sein.

Heute laufe ich jeden Tag durch ihre Straßen. Ich bewundere noch immer die Eleganz der Gebäude, betrachte die faszinierenden Gegensätze zwischen Diplomatenviertel und den daran angrenzenden glanzlosen Wohnblöcken, genieße die Cafes mit ihrem unverwechselbaren Charme und brummigen, aber perfekten Kellnern, flaniere über die Mariahilfer, die Kärntner und den Graben, besuche Museen und Ausstellungen, gehe ins Theater. Oft bin ich nun an dem Ort, der mich schnell ansprach, die Hauptuniversität. Langweilig wird sie niemals, diese zweite große Liebe.
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Lad

Eat my Feinstaub

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Location: Aus dem Land wo Milch und Honig fließt

12

Tuesday, February 16th 2010, 11:56pm

Die Flucht ins große Unbekannte

Mal was von mir ^^

2467 Wörter


Aysegül saß mit ihren fünf älteren Schwestern, stumm und mit den blicken auf den Boden gerichtet, im Wohnzimmer und hörten dem Vater zu, der wie ein Herrscher auf die Mädchen einredete. „Ihr seit schon alle Verheiratet und nun ist die Nächste und letzte von euch an der Reihe.“ Der Vater nahm einen Schluck von seinem Tee und ging auf Aysegül zu, schaute auf sie herab und sprach sie mit einer Raucherstimme an. „Gleich wird die Nachbarfamilie hier auftauchen und ich will das du ihren Sohn heiratest, es ist mir egal ob du willst oder nicht, tu es für unsere Familienehre.“, „Aber Vater, ich will ihn nicht heiraten, ich bin doch noch so jung....hab erbarmen...“ Tränen rollten ihr über die Wange und man konnte hören wie das leise Schluchzen immer lauter wurde. Aysegül war die jüngste der Familie und konnte nicht zur Schule gehen, da sie kein Geld hatten. Stattdessen musste sie auf dem Acker arbeiten und wie die anderen im Haushalt helfen. Sie hat es ganze fünfmal erlebt wie ihre älteren Geschwister zwangsverheiratet wurden. „Du musst so oder so heiraten, wir hatten schon in der ersten Sekunde nach deiner Geburt beschlossen das du mit Umut heiraten wirst und dabei bleibt es auch!“ Und gab der jüngsten Tochter eine Schelle in ihr Gesicht. „DU MONSTER! VERFLUCHT SEIST DU VATER...VERFLUCHT!!“ Schrie sich das Mädchen die Seele aus dem Leib „Du wirst schon sehen du kleine verlogene Göre!“ Brüllte der Vater und zerrte Aysegül an ihren Haaren ins Zimmer, knallte die Holztür zu und ging laut fluchend in das Wohnzimmer zurück. Das Mädchen weinte in ihr Kissen und schmiss es voller Wut gegen ihre Tür und schrie „LIEBER STERBE ICH ALS MIT DIESEM TRINKER ZU HEIRATEN!“ Und vergoss in Strömen ihre Tränen.

Als Aysegül die Familie von Umut ins Haus kommen hört, geriet sie in Panik „Was soll ich bloß tun? Ich will nicht heiraten...“ Als sie aus dem Fenster in den pechschwarzen Himmel sah, bemerkte sie nur die hellen Sterne, die wie kleine Lämpchen den dunklen Nachthimmel erhellen ließen. „Ihr Sterne seit meine einzigen Hoffnungsträger, in dieser kalten Welt.“ Sprach sie zu sich selbst und schreckte auf als sie eine Menge von Glockenklingeln hörte. An ihrem Fenster ging eine Herde von Schafen und Lämmern laut vorbei. Hinter ihnen ein junger Hirte mit einem Gewehr auf dem Rücken und drei Kangalhunden (Türkischer Hirtenhund) an seiner Seite. Aysegül kannte den Jungen, winkte ihm zu und rannte zu ihrer Kommode. Als sie den Schlüssel für das Fenster suchte, sah sie ihr Gesicht im Handspiegel den sie herausgekramt hatte. Die jüngste der Familie betrachtete sich im Spiegel: Aysegül hatte blaue Augen und schulterlange braune Haare. Doch sie schreckte zurück, als sie den Abdruck der Hand ihres Vaters in ihrem Antlitz bemerkte und ihre zerzausten Haare sah. „Ich hoffe du wirst in der Hölle schmoren....so etwas wie dich hat niemand verdient!“ Verfluchte sie ihren Vater und suchte, mit einer versteinerten Miene, nach ihrem Schlüssel für das Fenster. Nachdem sie den Schlüssel gefunden hatte, sprintete sie zum Fenster, schloss es auf und rief nach dem Hirten „Sssshhhhh....Zeki! Hier! Komm mal rüber!“ Rief sie den Jungen zu sich rüber, der nicht lange zögerte und wie ein Hund, der einen fetten Knochen gefunden hatte, auf sie zu rannte und dabei fast stolperte. Zeki war ein aufrichtiger Junge, der immer zur Stelle war wenn es Aysegül schlecht ging. Zeki hatte braunes Haar und hatte sie auf 3mm runter getrimmt. Aysegül musste ihr Lachen unterdrücken, damit niemand merkte das sie mit dem Hirten redete, denn ihr wurde es streng verboten mit anderen Jungs zu reden. „Wie geht es dir? Warum warst du gestern nicht draußen?“ Fragte Zeki neugierig und bemerkte die zerzausten Haare. „Hat dein Vater dich wieder verprügelt? Oh Mann, jetzt könnte ich glatt mit meinen Gewehr in euer Haus gehen und ihn abknallen...aber ich habe nicht genug Patronen, bei größeren Tieren, brauche ich immer viel Munition...“ Und lachten sich beide schlapp.
„Zeki...ich....ich werde...Zwangsverheiratet! Was soll ich nur tun? Hilf mir bitte...ich habe so sehr Angst.“ Und die Augen von Aysegül wurden wieder wässrig, doch sie versuchte die Tränen zu unterdrücken. Der Mund des Hirten stand offen, nachdem die jüngste Tochter die schlechte Nachricht verkündet hatte. „Das lasse ich nicht zu! Du bist doch erst 19?!“, „Du kennst doch meinen Vater....der ist Streng..das weißt du doch auch....was soll ich nur tun?“ Sagte sie mit tränenunterlaufenen Augen. „Wir werden...weglaufen! Wir können einen Neuanfang starten...in Istanbul...das ist eine 16 Millionen-Metropole...so leicht wird uns dein Vater dort nicht finden....“ Machte Zeki das Angebot und schaute ermutigend in ihre Augen. Aysegüls trauriges Gesicht wandelte sich in ein glückliches und es entstand ein kleines lächeln. „Wie wollen wir es machen?“ Fragte sie mit einer mutigen Stimme und wischte sich die Tränen weg. Zeki überlegte eine Zeitlang und kratzte sich im Gesicht „Ich werde dich morgen früh um drei Uhr abholen, Pack bitte deine Sachen....wir sehen uns dann!“ Und stieg, bevor er ging, auf die Fensterbank und umarmte Aysegül. „Er setzt sich so sehr für mich ein und schmeißt alles hin, damit es mir gut geht...ein echter Held!“ Und sie drückte Zeki fest an sich und schloss die Augen.


Als sie ihre Sachen zusammenpackte gingen Aysegül 1000 Dinge durch den Kopf „Was wenn mich mein Vater mich bei der Flucht erwischt? Was ist wenn ich meine Familie durch diese Aktion in den Wahnsinn treibe? Was ist wenn Umut oder mein Vater mich suchen kommen?“ Als es an ihrer Tür klopfte, erschrak Aysegül und schmiss ihre Tasche in den Schrank und legte sich auf ihr Bett. Doch als ihre Mutter ins Zimmer kam, war die Angst unberechtigt. „Mama....ich will nicht heiraten bitte...tu was dagegen...ich...“ Doch die Mutter lies sie nicht ausreden sondern legte ihre Finger auf den Mund von Aysegül. „Du hörst mir jetzt zu.....hier hast du ein Stapel Scheine....ich weiß was du mit Zeki vorhast.....“ Erklärte die Mama der sichtlich geschockten Tochter. „Das Stimmt nicht....! Du musst dich verhört haben.....das ist eine Lüg...“ Doch die Mutter schüttelte den Kopf „Ich habe mich nicht verhört. Als ich draußen Wasser holen war habe ich Schafe und Lämmer gehört und der einzige Hirte für Schafe, in diesem Dorf ist Zeki, außerdem haben sich seine Hunde bei uns im Garten getrieben und dann habe ich euch, bemerkt und belauscht....keine Angst...ich behalte alles für mich. Ich wünsche dir bei deiner Reise viel Glück und pass auf dich auf....“ Und lächelte ihre mutige Tochter an und streichelte ihr über das Gesicht. „Danke...Ana (heißt auf türkisch Mutter)....über was spricht mein Vater gerade mit den Eltern von Umut?“ Fragte die Tochter in einem vorwurfsvollen Ton und blickte der Mutter aggressiv ins Gesicht. Die Mama rollte ihre Augen „Über die Hochzeit...was sonst?! Jemand muss dein Vater in seine Schranken weisen, aber wer das sein wird weiß nur Gott...Bevor ich es vergesse, hier ist das Geld.“ Und drückte der Tochter 5000 Türkische Lira in die Hand und küsste sie auf die Stirn „...Ich liebe dich!“, „Ich liebe dich auch Mama!“ Und die Mutter verließ Stolz das Zimmer.

Als es um drei Uhr an ihrem Fenster klopfte, zog sich Aysegül ihre Jacke an und öffnete das Fenster und sah wie Zeki, mit Sack und Pack, unten auf die Jüngste wartete. „Vorsicht...jetzt kommt meine Tasche!“ Warnte sie den Hirten und schmiss ihre Reisetasche, aus dem Fenster und diese landete direkt auf Zeki. „Danke das du alles für mich riskierst...ich bin dir was schuldig!“ Bedankte sich Aysegül bei ihrem besten Freund, nahm ihre Tasche in die Hand und die beiden entfernten sich im Schnellgang vom Haus. „Das mache ich nur, damit es dir Gut geht...das liegt mir am Herzen!“ Beide blieben auf einem Hügel stehen und blickten, ein letztes Mal, auf Aysegüls Heim. „Dahin wirst du vielleicht, nie mehr zurückkehren!“ Sagte Zeki mit einer traurigen Stimme. Seine Weggefährtin sagte, hingegen, trocken „Soll mir recht sein!“ Und ging dann weiter. „Ich hatte auch nie vor dahin zurückzukehren. Aber meine Ana tut mir Leid!“ Sie musste an ihre starke Mutter denken und wurde wieder etwas traurig. „Hast du auch alles dabei? Deinen Personalausweis und der andere Kram? Geld und so? Wenn dir an Geld was fehlt kann ich dir Aushelfen.“ Und der Hirte bot seiner besten Freundin 200 Türkische Lira an. „Nein danke das brauche ich nicht, ich habe von meiner Mutter 5000 bekommen! Und außerdem habe ich alles dabei, mach dir darum keine Sorgen.“ Lachte Aysegül und kletterte mit Zeki zusammen, Hand in Hand, über eine felsige Landschaft. Als der Hirte einen Wolf sah, der auf die beiden zu rannte, nahm schon seine Weggefährtin einen faustgroßen Stein in die Hand und schmiss ihn auf den Wolf der jaulend, davon zog. „Nicht schlecht...in dir steckt eine echte Hirtin!“ Und beide gingen an den Rand der Landstraße und warteten auf einen Reisebus. „Ohman, ist mir k...kaltttttttttt.“ Und Aysegül zitterte am ganzen Körper. Daraufhin holte Zeki aus seiner Tasche eine Decke und hüllte sich und seine beste Freundin ein. „Langsam wird mir wärmer, danke...du bist ein Schatz!“, „Ich habe gehört, wenn man näher aneinander rückt, bleibt man schön Warm.“ Die beiden rückten näher einander an und Zeki legte seinen Arm um den Rücken von Aysegül. Sie hielten sich vorsichtig und zärtlich an den Händen und warteten auf den Bus.

Aysegül musste ruckartig aufstehen, als die Sonne in ihr Gesicht strahlte. „Was? Wo bin ich?“ Das Mädchen im Exil hatte Angst, das es nur ein Traum war, aber als sie merkte das sie in den Armen des Hirten ist, beruhigte sie sich wieder. „Es war doch kein Traum...ein Glück!“ Und kuschelte sie sich wieder in die Arme von Zeki. „Ja...es war kein Traum...aber wach auf...wir sind in Istanbul...guck wir fahren über die Bosporus-Brücke....“ Half seiner Partnerin beim Aufstehen und zeigte ihr die Brücke. „Willkommen in Istanbul.....“ Sagte Zeki zu sich
selbst, gab ein erleichtertes Seufzen von sich und las die Zeitung. „Hier solche kriminellen sollte man auf Ewig einsperren.“ Und zeigte Aysegül die Zeitung, aber mehr als ein nicken konnte sie nicht von sich geben „Du weißt doch...ich kann nicht lesen!“ Und erinnerte Zeki an ihr Problem. „Oh...darum werden wir uns noch kümmern...ich lese es dir mal vor.“ Und der Hirte räusperte sich einmal und begann vorzulesen:

„Der schlimmste Mafiosi der Türkei, steht heute im Gefängniskomplex von Silivri vor Gericht. H. Ist wegen mehrfachen Mordes, Drogenhandels, Schmuggel, Diebstahl, Waffenhandel und wegen der Verletzung der Menschenrechte heute in Silivri vor dem Strafrichter. Es wird vermutet das der Täter eine lebenslängliche Einzelhaft bekommen wird...“

„Ja, Zeki...du hast recht, der muss in der Zelle verrotten, aber warum hat er meinen Vater nicht umgebracht? Der hätte es auch verdient.“ Fragte Aysegül mit bedrückter Stimme ihren Partner und verlangte eine gute Erklärung von ihm. „Ich weiß es nicht, ich weiß es ehrlich nicht, aber wir sind ja weg von ihm und dem Dorf.“ Und beide hielten Händchen, bis sie ankamen und genossen den Moment. Als sie im Busbahnhof in Esenler ankamen, waren sie von der Menschenmenge im Bahnhof beeindruckt „Meine Güte...soviele Menschen an so einem Ort...unfassbar.“ Dachte sich Aysegül, bekam Angst und hielt immer fester die Hand von ihrem Partner. „Zeki...ich habe Angst....“, „Ich bin bei dir, wir schaffen das schon...“ Und Küsste sie auf ihre Stirn. „Ich habe gehört auf den Prinzessinnen Inseln soll es sehr schön sein...ich möchte da gerne hin...und das wäre außerdem auch der letzte Ort den mein Vater absuchen würde.“ Und sah ihren Freund mit einem Hundeblick an. Als die beiden in einem Reisebusunternehmen gingen um nach den Weg zu fragen, hörte Aysegül vom Fernseher, der im Büro stand, die Nachrichten:

„Auf einer Landstraße in der nähe von Urfa ist es zu einem Verkehrsunfall gekommen, die beiden Fahrer eines weißen Tofas-Kombi sind bei dem Unfall ums Leben gekommen, der Fahrer stand unter Alkoholeinfluss...“

Als Aysegül die Namen des Fahrers und Beifahrers hörte konnte sie es nicht fassen..Es waren ihr Vater und ihr Zwangsheiratspartner Umut. Fassungslos setzte sie sich hin und atmete schwer. „Das kann nicht wahr sein..d..d...das geht nicht, das mein Vater tot ist.“ Sie wusste nicht was sie jetzt machen sollte. Sollte sie sich über den Tod ihres Vaters freuen oder sollte sie traurig sein. „Was ist los?“ Fragte Zeki besorgt und gab der kreidebleichen Aysegül was zum Trinken. „Mein Vater und Umut sind Tot....das ist los!“ Erklärte sie emotionslos und guckte ihren Partner geschockt an. „Mein Beileid....das es soweit kommt wusste ich nicht...ich habe rausgefunden wie wir auf die Inseln kommen, lass uns gehen.“ Und der Hirte nahm seine Freundin an die Hand und ging.

Auf der Fähre, Richtung der Prinzessinnen Inseln blickte Aysegül in das trübe Wasser des Goldenen Horns, die Sonne knallte ihr ins Gesicht und sie musste ihre Augen zusammenkneifen. Sie musste nachdenken „Was macht wohl jetzt meine Mutter? Was tun jetzt meine Schwestern?“ Sie wusste nicht ob sie sich glücklich oder schuldig fühlen sollte. Zeki kam und legte seinen Arm um ihre Taille und leistete Aysegül Gesellschaft. „Wie soll ich mich fühlen? glücklich oder traurig? Ich bin zwar glücklich das du bei mir bist, aber immerhin war er mein Vater und über seinen Tod kann ich nicht froh sein.“, „Er wollte dich mit einen Alkoholiker verheiraten...vergiss das nicht, er hat dich verprügelt und hat dich nicht zur Schule geschickt....“ Machte der Hirte dem toten Vater von seiner Freundin Vorwürfe. „Das wichtige ist, das wir uns haben und wir ein neues Leben beginnen werden...vergiss das nicht, denn wenn du dich wieder anders entscheidest, haben wir alles umsonst getan...alles.“ Und Zeki streichelte ihr über das Gesicht und guckte ihr in die Augen. Als die Fähre anlegte und alle Passagiere ausstiegen, war das Pärchen von der Insel beeindruckt. Man konnte kein einziges Auto hören, nur das klackern der Hufen von den Pferden die, die Kutschen zogen. Die Freundin drehte sich zum Hirten „Ich habe dich unheimlich gern und möchte dich auf keinen Fall verlieren.“, „Ich dich auch nicht.....Aysegül...Ich liebe dich! Das wollte ich dir schon vor Jahren sagen, aber hatte Angst das du mich, wegen deinem Vater, ablehnst und damit hätte ich nicht leben können und...“ Zeki konnte seinen Satz nicht beenden, da seine Freundin ihren Zeigefinger auf seinen Mund legte und in seine braunen Augen sah „Ich liebe dich auch...und zwar von ganzen Herzen!“ Sagte Aysegül, nahm den Zeigefinger vom Mund des Hirten runter und beide Küssten sich leidenschaftlich, als ob sie sich 30 Jahre nicht gesehen hätten. „Lass uns in den Neuanfang!“ Sagte die Freundin vom Hirten und beide verschwanden, Hand in Hand, mit ihrem Gepäck in einer von Touristen und Einheimischen gefüllten Gasse...
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13

Wednesday, February 17th 2010, 10:56pm

Eine romantische Geschichte



Sie räkelte sich unmerklich an seiner Seite, drehte sich zu ihm um und öffnete verschlafen die Augen. Er, der die ganze Nacht über ihren Schlaf gewacht und kein Auge zugemacht hatte, ließ seinen Blick über ihr hübsches, jugendliches Gesicht wandern, ehe er ihr tief in die Augen sah.
Er las all das darin, was sie ihm anvertraut hatte, das Leid und die Erfahrungen, die sie geprägt hatten, diese traurige Geschichte. Sie wurde als Tochter einer Prostituierten geboren und ihr Vater hatte seinen Frust immer und immer wieder an ihr ausgelassen, sie geschlagen und verstoßen und ihr das Gefühl gegeben, es sei ihre Schuld, dass sie von ihm keine väterliche Liebe erfahren hatte. Früh hatte sie sich auf Drogen eingelassen und in ihnen verloren, wurde kokainabhängig und musste therapiert werden. Neben den Drogen waren Jungen und Männer ihr anderes Hobby geworden und sie fickte alles, was ihr in den Weg kam, was ihren Ruf bei Freunden und Bekannten kaputt machte und sie sich von ihr immer weiter distanzieren ließ. Zudem kam eine ungewollte Schwangerschaft, bei der sie abtreiben musste.
Seit einiger Zeit jedoch hatte sich ihr Leben ‚normalisiert’, sie hatte einen Freund, machte ihren Schulabschluss und hielt sich von Partys, Drogen, Alkohol und all diesen gefährlichen Sachen fern. Der junge Mann, der nun neben ihr lag, war ihre Affäre. Beide konnten nicht sagen, wie es angefangen hatte, doch eines war sicher: sie liebten sich beide gegenseitig inniger als je einen anderen vorher. Nun lagen sie im hereinfallenden Morgenlicht nach einer Nacht voller Extase nebeneinander und blickten sich lächelnd in die Augen.
„Guten Morgen.“, hauchte sie ihm sanft entgegen.
„Gut geschlafen?“, er küsste ihr liebevoll die Stirn, nachdem er eine Strähne zur Seite geschoben hatte.
„Hmm.“
Sie wand sich von ihm ab und vergrub das Gesicht im Kissen, gleichzeitig hielt sie es mit beiden Händen fest.
„Was tust du nur?“, stöhnte sie fast kraftlos in den Stoff hinein.
„Wie?“, ihn verwunderte diese Frage merklich. Erst als sie ihn mit traurigem Blick wieder ansah, verstand er.
„Du wirst ihn nicht für mich verlassen, richtig?“
Gemeint war natürlich ihr Freund, die einzige Konstante seit langem in ihrem Leben, wenn nicht sogar die erste überhaupt. Er als Affäre bedrohte ihr Leben und obwohl sie ihn sicherlich genauso sehr liebte, wie er sie, wollte sie ihre schon durchgeplante Zukunft nicht einfach so wegwerfen.
Sie nickte, er seufzte.
Es tat beiden weh, das konnten sie dem anderen eindeutig ansehen, aber ihr stand ihre Ratio im Weg und ihm…er hatte nichts Wirkliches zu verlieren.
„Es war wirklich schön, aber dann ist das hier wohl das ende dieses Traums.“
Sie verstand nicht und ihre Verwunderung löste sie kurz aus der Trauer, während sie ihn verwundert und fragend ansah.
„Du begreifst nicht, dass all das hier nur meiner Vorstellung entsprang?“, er lachte kurz auf, während er sich erhob und anzog. „Es war nicht real, ist es nicht und wird es auch nie sein, tut mir Leid. Es tut mir Leid, aber ich beende diese Geschichte nun.“
Sie verschwand aus dem Bett, ehe sie etwas sagen konnte und mit ihr verschwand alles, was an sie erinnerte, einschließlich ihres Geruchs, das Bett war wieder so rein wie vor dieser Nacht. Er klappte das Notizbuch zu, trank den letzten Schluck Kaffee aus der Tasse und winkte sie herbei, um zu bezahlen. Es wurde spät und es galt heute noch eine andere Idee zu Papier zu bringen, jedoch nicht hier in diesem Café, sondern in Ruhe zuhause. Ein großzügiges Trinkgeld und ein warmes Lächeln sollten als Entschuldigung an sie reichen.
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Gortos

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14

Sunday, February 21st 2010, 3:50pm

Realität

Es war unvernünftig, das wusste Claudia. Nicht nur, weil es drei Uhr nachts war und sie morgen in der Prüfung völlig versagen würde, wenn sie keinen Schlaf bekam. Nicht nur, weil es kalt war dort, kalt und unangenehm – verdammt, sie würde krank werden, wenn sie Stunde um Stunde dort herum saß –, aber sie konnte nicht anders. Wie sollte sie diesen Kampf gegen sich je gewinnen? Das Problem an der Sache war eher, dass jeder, der es erführe, mit Sicherheit annehmen würde, sie sei absolut wahnsinnig. Nein, das stimmte nicht ganz... das Hauptproblem war eher, dass sie selbst das schon dachte.

Das Nachthemd war viel zu dünn, um damit auf den Dachboden zu gehen. Wen interessierte es? Es war da etwas... etwas Wichtigeres... Verrückt... Claudia schlich fast lautlos durch das bläuliche Mondlicht des Korridors, sie passte schon fast frappierend gut hinein mit ihrer äußerst blassen Haut und ihren langen, schwarzen Haaren, ihrer dünnen Gestalt, ihrem verhuschten, schüchternen Wesen und den großen, hellen Augen. Manche sagten, Claudia sei wie ein Traumbild, das der nächste Windstoß für immer fort tragen könnte, ein durchscheinender Geist, so transparent wie ihr kleines Nachthemd. Ihre nackten Füße schienen kaum den Teppich einzudrücken in diesem stillen Gang, in dem selbst eine fallende Feder zu hören gewesen wäre. Nur ein blasser Mond beleuchtete die Szene.

Claudia hatte schon oft nach diesem kleinen Lederriemen gegriffen, der von der Decke hing, abgegriffen von Jahrzehnten, in denen Leute an ihm gezogen hatten, wenn sie etwas zu verstauen hatten, zu verstecken, zu vergessen. Jedes Mal war geschehen, was jetzt passierte – Claudia zog an dem Riemen, und die Falltür klappte auf, wobei eine Klappleiter sich entfaltete und den Weg auf den Dachboden freigab. Claudia erschauderte – die Metallstufen waren eisig und jagten ihr Gänsehautschauer über den Rücken – und zog, oben angelangt, die Klappe hinter sich zu.

Der Speicher wirkte fahl und düster, schmale Strahlen blassen Mondlichts fielen durch die beiden winzigen Fenster. Überall standen Kartons, volle, leere, große, kleine, bedruckte und neutrale Kisten, der Kram von Generationen von Mietern, den sie wegwerfen hätten sollen, aber es nicht getan hatten; eine häufige Form von Feigheit, dachte Claudia. Auch hier herrschte die Stille, die der Zeit nach Mitternacht zu Eigen ist, und es roch nach einer Mischung aus der frischen Luft, die durch das undichte Dach herein drang, und dem Muff, den all das alte Zeug absonderte. Am entgegengesetzten Ende des Speichers, jenseits des Kistenmeeres, stand ein Kinderbett und ein Stuhl, dem ein Bein fehlte, zwei schäbige Regale waren an die rechte Wand gestellt, voll gestopft mit Kleinzeug, mit geschmacklosen Hochzeitsgeschenken, altem Spielzeug, leeren Flaschen und vergessenen Reiseandenken. Und daneben... der Spiegel... der Spiegel...

Der Spiegel. Claudia hob ihre feingliedrige Hand und strich sich durch ihr Haar, das wie ein Vorhang über ihr Gesicht fiel. Es war so verrückt, so unvernünftig, so... schön. Vor ein paar Wochen hatte Sie es entdeckt, das Bild, den Schatten in diesem verstaubten Spiegel, voll Spinnweben, Dreck... Einen Riss hatte die Glasfläche auch. Dieser Schatten... Was war Besonderes an ihm? Es war nicht zu sehen, woher er kam, gut, und an zwei Stellen schien er zu glänzen... Wie Augen... Das hatte Claudia aufmerksam gemacht, als sie hier gewesen war, um... Nun... wozu auch immer sie hier gewesen war... Es war Nichts zu sehen, von dem der Schatten ein Widerschein sein könnte, er schien im Spiegel zu sitzen. Claudias Interesse war geweckt gewesen, und sie hatte ihn näher betrachtet... Tatsächlich, ja, diese glänzenden Stellen, wie Augen... Und darin... Verständnis... Liebe...

Zuerst hatte Claudia als aufgeklärte, als moderne Frau reagiert, irritiert den Kopf geschüttelt ob der offensichtlichen Sinnestäuschung. Aber... Es war geblieben... Jenes dunkle Etwas, jenes schattige Nichts im Spiegel, das sie doch so sehr zu wärmen schien, so, wie es die blasse, kleine, zarte Claudia nie gekannt hatte. Es war... irrational... wider jede Vernunft... aber trotzdem... Claudia hockte vor dem Spiegel, das fahle Mondlicht ließ ihre riesigen Augen glänzen, tränenfeucht, als sie vorsichtig die Oberfläche des Spiegels berührte, die sie von diesem... Etwas... Nichts... trennte... Vorsichtig, zart strich sie darüber, und es war ihr, als träfe sie ein liebender Blick durch Spinnweben und Staub... Hatte sie doch die letzten Wochen nur für diese nächtlichen Momente auf dem düsteren, eiskalten Dachboden gelebt, wo sie verstanden wurde. Sie wusste nicht, wer oder was sie verstand, ob da überhaupt Etwas war, oder ob es Nichts war, aber es stand fest – hier wurde sie geliebt. Nur hier. Ihre blassen, fast durchscheinenden Finger berührten das Glas vor ihr, versuchten, einen Weg durch die Scheibe zu finden, einen Weg in die Welt, wo man sie verstand. Sie wusste, auf der anderen Seite war eine Welt, wo Jemand, Etwas ihr erklären konnte, was manchmal in ihr vorging; das verstand, was außer ihr niemand fühlte... Ihrer Seele Ruhe geben konnte... und doch...
Im Mondlicht erkannte Claudia, dass es keinen Weg gab aus der Realität, dass die Welt hinter dem Spiegel auf diesem Weg nicht erreicht werden konnte. Ihr blieb nur, in der schneidenden Kälte sitzen zu bleiben und für immer den Schatten zu lieben, der sie, hinter der Mauer aus Glas, verstand. Sie blieb einfach sitzen, die Hände auf dem alten, verdreckten Spiegel, nur in einem flatternden Nichts von einem Nachthemd, und drückte ihre Lippen auf die Stelle, an der der Schatten war, der Widerschein, der sie als einziges Wesen im Universum zu verstehen schien. Wirklich, sie wusste nicht, was da war, aber es bedeutete ihr die Welt, so etwas spüren zu dürfen... Und in diesem Moment war es egal, ob all das auch real war... Völlig egal... Liebe war nur Gefühl, losgelöst von aller Vernunft, von der Wirklichkeit. Solange man nur liebte...


Original Gortos - jetzt mit noch mehr sexy grünen Haaren!

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x.X_cHaoS_X.x

Was zum F bin ich schreibend?

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15

Tuesday, March 2nd 2010, 9:09pm

Endlich fertig. *aufatme*

Ist mir denk ich ganz gut gelungen, viel Spaß beim Lesen!

Quoted

Eilig lief sie über die kleine Lichtung auf ihn zu, sie warf ihre Arme um seinen Oberkörper, krallte sich an seiner Brust fest. Über ihr Gesicht liefen Tränen, ihre Hände zitterten. „Du... du bist dir sicher?“, fragte sie schniefend. „Ja.“

Es gab keine andere Chance. Sie musste als Patriotin dastehen, sonst würde man sie erschießen. Oder schlimmeres. Immernoch flossen ihre Tränen bitterlich in seine Feldjacke. Er konnte sie zwar nicht sehen, aber er konnte sie spüren, intensiver als je zuvor. Ihre wunderbaren haselnussbraunen Haare, ihr unschuldiges Gesicht. Er liebte sie. Er würde sie immer lieben, egal, ob sie getrennt wären. Er wusste, das selbe galt für sie.

Damals, als er sie zum ersten Mal traf, hatte sie die Kleidung einer einfachen Arbeiterin an, zerfetzte Jeans und ein billiges Unterhemd; ihr Gesicht war benetzt mit einer Staubschicht und auf ihrem Rücken konnte man durch das Unterhemd Striemen sehen. Noch heute könnte er ihren Vater dafür töten, so ein wunderbares Geschöpf auf die Felder zu schicken und tagtäglich zu verprügeln, während er das wenige Geld, das sie verdiente, versoff. Sie war leicht zu faszinieren für die Ideen, die er damals hatte. Freiheit. Demokratie. Es waren schöne Träume, die sie damals träumten. Doch dem Regime gefielen diese Träume nicht. Der unbewaffnete Widerstand, Flugblätter, Briefe; all das funktionierte irgendwann nicht mehr. Also besorgte er Waffen, er besorgte Material, warb Männer für ihre Sache an, trainierte sie. Das Anwerben war nicht schwer, wem gefiel schon die Diktatur? Das Training dagegen war eine Quälerei, aber nötig, wie sie alle wussten. Manchmal hatte keiner mehr recht Lust, weiter zu machen, doch sie alle hatten damals Illusionen. Mittlerweile erschienen sie ihm eher wie Träume. Süße Träume.

Ein sanftes Lächeln legte sich über seine Lippen. An sich hatten sie wirklich eine schöne Zeit gehabt, wenn man sich das Gesamtbild ansah. Die Lichtung, auf der die Beiden standen, wirkte irgendwie friedlich, wie ein kleines Idyll, obwohl man schon die Schüsse hören konnte. Zwar wusste er, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde, aber er musste noch die Landschaft genießen, sie in sich aufsaugen. Die Bäume des Urwaldes, der hunderte von Metern tiefe Abgrund, der Ausblick über Hunderte von Kilometern Regenwald, gerade mal von ein paar Flüssen durchschnitten. Ein Schmetterling setzte sich auf seine Schulter. Oft waren sie auf dieser Lichtung gewesen, einander eng umschlungen. Hier hatten die beiden den Krieg begraben können, das Regime, ihre Vergangenheit; sich einfach nur der Liebe hingeben können. Ruhig lächelnd setzte er das Messer an. Sanft glitt die Klinge durch seine Haut, zwischen den Rippen hindurch, durch die Lunge und erreichte schließlich sein Herz. Sie spürte, wie dir Flüssigkeit über ihre Hände lief, die ihn immer noch nicht loslassen wollten. Konnten. Seine Kleider verfärbten sich dunkelrot. Er spürte keinen Schmerz mehr, da war sie sich sicher.

Sie ergriff die Klinge. Die Feinde kamen. Sein letzter Wunsch musste erfüllt werden. Er hatte sein Leben gegeben, damit sie frei sein konnte. Langsam zog sie das Messer aus seiner Brust, bettete ihn vorsichtig auf den Grasboden, besah sich nochmal seine ruhigen Gesichtszüge, sein schwarzes Haar, seinen wunderschönen Körper. Stumm sprach sie ein Gebet, tonlos flossen die Worte aus ihrem Mund, wie ein Wasserfall flossen sie über ihre Lippen. „Herr, gib ihm die ewige Ruhe und lasse ihn einziehen in dein Reich, wo er dich schauen wird von Angesicht zu Angesicht. Amen.“ Sie hörte das Klicken eines Gewehres beim Entsichern. „Was ist hier los?“, fragte einer der Soldaten, die mittlerweile auf der Lichtung angekommen waren. „Ich habe ihn umgebracht, sieht man das nicht?“ Ihre Stimme zitterte immer noch leicht, obgleich ihre Tränen versiegt waren. Sie würde ihn lieben, bis in alle Ewigkeit.
I want to be a storm chaser.

And yesterday I saw you standing by the river,
And weren't those tears that filled your eyes?
And all the fish that lay in dirty water dying,
Had they got you hypnotized?
Last.fm
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Forke

Slampoet

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16

Tuesday, March 2nd 2010, 11:53pm

Was ist das?
766 Wörter

Jeden morgen wache ich auf und frage mich, woher ich die Kraft für diesen Tag nehmen soll. Warum soll ich aufstehen, wenn mich eh nur ein kalter Schulweg und Unterricht erwartet. Wohin soll ich gehen, wenn ich meinen Antrieb wieder in Gang gebracht habe. Warum soll ich den Wecker ausmachen, ich kann auch mit Piepen im Ohr schlafen, ich gewöhne mich schon daran. Und Jedes Mal sage ich mir: Tu es einfach. Auch, wenn es nichts bringt. Dass du es trotzdem kannst, zeigt, dass es nicht sinnlos sein kann. Irgendwann muss etwas Gutes passieren. Und dann passiert etwas. Ich finde jemanden. Ich finde eine. Ich versuche sie kennen zu lernen. Sie findet jemanden. Sie findet einen. Und wieder ist der Sinn dahin.

Ich stehe wieder auf. Wieder ein Tag, an dem ich mir Wünsche die Zeit stehe still und ließe mich in Ruhe. Wieder ein Tag an dem ich hoffe es passiert etwas. Es passiert nichts. Der nächste Tag. Nichts. Da ist sie wieder. Nein, das geht nicht, sie ist glücklich und kennt dein Unglück nicht. Und wenn, könnte sie nichts dagegen tun. Sie ist glücklich. Ich lege mich hin und ziehe die Decke über meinen Kopf. Denke nach. Nichts... der nächste Tag und sie ist weg. Da, aber so fern.

Es geht weiter. Das Leben geht weiter. Das sage ich mir. Jeden Tag. Ich sage es anderen. Jeden Tag. Ihnen hilft es. Mir nicht. Mir hilft es anderen zu helfen. Manchmal. Ich gehe weg. Feiern mit Freunden, bin gut drauf, abgelenkt und ausgeglichen. Seit Langem einmal wieder. Hänge noch immer Erinnerungen hinterher, doch das Leben muss weiter gehen. Da kommt eine andere. Nun ist es sie, die sie ablöste. Es ging schnell. So schnell kannte ich es nicht, doch ich liebte sie. Sie liebte mich. Dachte ich. Ich täuschte mich. Ach hätt' ich doch nich... Die Liebe spielt viele Streiche, das Leben muss weiter gehen. Sie ging schnell, wie sie kam. Es war nicht lange genug um sich richtig kennen zu lernen. Eine Woche. Ein bisschen mehr und dennoch, gab die Liebe kaum etwas her.

Es war alles... so leer. Wieder ein neuer Tag und wieder das Gefühl, als ob ich's nich ertrag, doch ich muss es tun, sonst werd ich nie ruh'n, vergesse die eine, vergesse die andere, vergesse, was alles schon war davor, alles, was schlecht war, sperre es weg, verriegel das Tor und gehe alleine auf die Suche und diesmal werde ich vorher nachdenken. Ich werde mich der Liebe in den weg stellen und ihr die Zunge herausstrecken. Nein. Diesmal bin ich besser. Diesmal wähle ich. Deine Spielchen treibe doch woanders, verziehe dich. Und sie ging, die Liebe. Ließ eine kalte Hülle zurück. Mir ist kalt. Und ich ging auf die Suche und da fand ich, was ich suchte, doch musste ich erst gucken. Lohnte es sch denn?

Ich war zu schüchtern. Traute mich nicht zu fragen. Traute mich nicht irgendetwas zu sagen. Wollte ein bisschen reden, mir mal über andere Dinge Gedanken machen. Sie kam von alleine. Es war ganz nett, doch sie war schon glücklich. Dachte ich. Irrte ich. Ich lernte sie kennen, behielt meine eigenen Dinge für mich, wurde zu oft damit verletzt. War sie die richtige? Sie war sehr unglücklich... Ich weis noch damals... nicht lange her...

Es war toll. Sie schien mir wie ein Spiegelbild. Nicht perfekt, aber auch ein beschmutzter Spiegel reflektiert das meiste Licht. Sie war unglücklich. Ich auch, doch ich vergaß es. Ich fragte mich, ob die Liebe wieder versucht mich zu übermannen. Doch ich sagte diesmal nicht. Ich möchte endlich selber entscheiden. Ein innerer Konflikt, doch ich behielt die Oberhand. Da war es plötzlich. Sie war glücklich und mein Spiegel zerbrach. Ich sah sie und ihn und was fühlte ich da? Nein, ich hab Kontrolle, ganz und gar. Habe ich wirklich? Ich hatte nie. Ich habe auch jetzt nicht und werde es nie. Was ich da fühle ist anders. Ich weis nicht wie. Irgendwie beides. Beides. Aus was besteht es?

Eines wird zweifellos seien Freundschaft. Das andere ist neu. Ist keine Liebe. Ist kein Mitleid mehr. Ist anders als Freundschaft. Ich habe die Liebe ignoriert. Sie ist trotzdem da. Aber ich bin gefühlskalt. Kann ich je wieder lieben? Die Anzeichen sind da. Sie ist da. Sie ist nicht zu erreichen für mich. Doch das waren sie alle nicht. Sind meine Gefühle ausgebrannt? Haben die Erfahrungen mir alles ausgetrieben, was ich so mühsam festhielt? Nein. Ich fühle Schmerz. Ich fühle Trauer. Ich spüre Zuneigung. Ich weis, dass sie mich mag. Ich bin einsam, aber nicht allein.

Ein neuer Tag beginnt. Ich stehe einfach auf.
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Enma Ai

Smod|roter Supatroll

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17

Sunday, March 14th 2010, 9:05pm

für die Auswertung geschlossen :nclosed2:


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Bloodlin3r

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18

Monday, March 15th 2010, 8:54pm

So, ich bedanke mich dann schonmal für die rege Teilnahme. Es ist ja doch einiges zusammen gekommen.
Die Auswertung sollte zwar so früh wie möglich beendet sein, jedoch ist es aufgrund von Druck im RL nicht möglich, das Ziel zu erreichen, sodass der Termin für die Bekanntgabe der Ergebnisse der:

18.04.2010 sein wird.


Ich bitte um Verständnis.


Mfg
Bloodlin3r



<Kata> du hast mich von 0 auf hass in unter 2 sekunden gebracht

Im Urlaub vom 27.06. - 01.08.2010
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Enma Ai

Smod|roter Supatroll

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Tuesday, June 15th 2010, 10:00pm

Endlich können wir den Sieger verkünden und küren.

Der erste Platz geht an Sunki dicht gefolgt von Faranzi, die Darth Lazarus nur hauchdünn auf den dritten Platz verweist.

Allgemein lagen die Geschichten aber recht dicht beieinander.
Das Ganze dann nochmal als Liste:
  1. Sunki
  2. Faranzi
  3. Darth Lazarus
  4. lad
  5. verit
  6. Mirshan
  7. Cassanndra Vandales
  8. Gortos
  9. mar
  10. Shadou
  11. Forke


Danke an all Teilnehmer und nochmal für eure Geduld :)


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